Fixstern der Automatisierungsbranche

MM: Herr Bargmann, die Hannover-Messe hat es in diesem Jahr geschafft, sich in den Medien als Robotermesse zu präsentieren. Was haben Sie dem mit der Automatica entgegenzusetzen und sehen Sie in Hannover wieder eine Konkurrenz aufkommen?

Bargmann: Wir haben natürlich beobachtet, was in Hannover vor sich geht. Und man muss sagen: Gut gebrüllt, Löwe. Aber Tatsache ist: In Hannover war de facto kein einziger Roboterhersteller wirklich repräsentativ vertreten. Es war eine Show, mit Sonderschauen und viel Drumherum hübsch in Szene gesetzt, aber eben mit wenig Substanz.

Die Roboterhersteller präsentieren sich in München, an vorderster Stelle Unternehmen wie ABB, Comau, Fanuc, Kuka, Motoman und Reis, die viel Aufwand betreiben, um auf der Automatica ihren Anspruch als Technologieführer zu dokumentieren. Wir nehmen die Konkurrenz grundsätzlich ernst, aber Hannover ist inhaltlich kein Konkurrent zur Automatica.

MM: Die Automatica steht vor ihrer dritten Auflage. Was fehlt ihr noch, um dem Anspruch der internationalen Leitmesse gerecht zu werden?

Bargmann: Die Automatica steht insgesamt sehr gut da. Nach zwei Veranstaltungen haben wir bereits unser Ziel erreicht, diese Messe zu einer Art Fixstern der Automatisierungsbranche zu machen. International werden wir in diesem Jahr noch mal zulegen. Unser Anspruch ist es, in Europa die Nummer 1 zu sein. Wir sind auf dem besten Weg.

MM: Die vergangene Automatica 2006 war mit über 800 Ausstellern und rund 28 000 Besuchern sehr erfolgreich. Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesteckt?

Bargmann: Wir haben mehr als 32000 m² Fläche vermietet, das sind rund 4% mehr als 2006. Die Unternehmen haben ihre Stände zum Teil deutlich vergrößert, das ist ein gutes Zeichen und auch ein Vertrauensbeweis gegenüber der Messe. Die Ausstellerzahl wird voraussichtlich um etwa 10% steigen und zwischen 850 und 900 liegen.

Auch mit der internationalen Beteiligung können wir sehr zufrieden sein. Etwa 28% der Aussteller kommen aus dem Ausland.

Bemerkenswert ist, dass wir rund 280 Unternehmen als Neuaussteller gewinnen konnten. Das spricht für die Zugkraft der Automatica. Was die Besucher angeht: Über 30000, davon jeder vierte aus dem Ausland, wären ein hervorragendes Ergebnis und noch einmal eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2006. Noch wichtiger ist freilich, dass die Qualität stimmt und die Aussteller ihre Zielgruppen erreichen.

MM: Die Riege der Roboterhersteller steht geschlossen zur Automatica. Bei der Montage- und Handhabungstechnik sowie der Bildverarbeitung weist die Ausstellerliste noch Lücken auf. Wie wollen Sie diese Bereiche stärken?

Bargmann: Die Stärke der Automatica liegt in Komplettlösungen für fertigungstechnische Herausforderungen. Bei der Bildverarbeitung können wir vor allem in den Bereichen Systemgeschäft und Robot Vision punkten.

Im Bereich der Automatisierungskomponenten werden wir noch zulegen. Wir sind zuversichtlich, dass noch mehr Komponentenhersteller nach München kommen werden. Man muss ihnen nur bewusst machen, dass ihre Kunden hier stark vertreten sind. Das ist unsere Aufgabe.

Ich darf Ihnen noch einmal ins Gedächtnis rufen: Wir stehen erst vor der dritten Veranstaltung. Vor dem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass wir langjährig etablierte Messen eingeholt haben.

MM: Die Intersolar findet erstmals parallel zur Automatica statt. Welche Synergien erwarten Sie sich?

Bargmann: Die Konstellation birgt für die Automatica, für deren Aussteller und Besucher, viele Vorteile. Die Solarindustrie boomt – und sie ist eine der Anwendungsbranchen für die Automatisierung.

Die Aussteller der Intersolar können sich also auf der Automatica über passende Automatisierungslösungen informieren. Beide Messen sind sehr gut verzahnt, organisatorisch und auch inhaltlich. Wir erwarten für beide Messen rund 70000 Fachbesucher.

Media Contact

Rüdiger Kroh MM MaschinenMarkt

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