Fraunhofer HHI und Red Bull Media House entwickeln zusammen neue VLC-Technologieanwendungen

Ein schneller, mobiler Datenaustausch, bei dem Sender und Empfänger beliebig positioniert sind, ist heutzutage eine unverzichtbare Voraussetzung für die Gestaltung von Multimedia-Umgebungen im Rahmen von Sportevents oder anderen Veranstaltungen.

Licht statt Funkwellen für die Datenübertragung einzusetzen, ist eine interessante Alternative, die unter bestimmten Voraussetzungen, wie z.B. einer hohen Teilnehmerzahl, eindeutige Vorteile anbietet. Die Herausforderung besteht darin, Lösungen zu entwickeln, die die Nutzererwartungen für eine hohe Mobilität und gleichzeitig hohe Datenraten erfüllen können.

Das Red Bull Media House ist ein in Salzburg ansässiges Medienunternehmen. Technologische Innovation gehört für Andreas Gall, CTO des Red Bull Media House, zur DNA seines Unternehmens: „Für uns ist anwendungsorientierte Forschung unerlässlich. Red Bull Media House hat sich seit seiner Gründung zu einer technologischen Speerspitze im Medienbereich entwickelt. Für mich ist die Entwicklung im Bereich optischer Datenübertragung keine Spielerei, sondern eine ernstzunehmende Zukunftstechnologie, der wir Flügel verleihen wollen.“

Das Fraunhofer HHI forscht und entwickelt seit vielen Jahren an der optischen Drahtlostechnik. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist für den Fraunhofer HHI-Projektleiter Dr. Anagnostis Paraskevopoulos besonders wichtig:

„Wir sind davon überzeugt, dass die VLC-Technologie viele innovative Lösungsansätze ermöglichen kann. Die Bewährungsprobe für jede neue Technologie ist allerdings die Erprobung in einer realen Umgebung. Zusammen mit Red Bull Media House können wir eine zielorientierten Parameteroptimierung durchführen und konkrete Zielanwendungen bzw. Produktentwicklungen vorantreiben.“

Die VLC-Technologie

Die Nachfrage nach drahtlosen Kommunikationsnetzen innerhalb von Gebäuden wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Die optische Freistrahlkommunikation bietet eine Alternative, indem sie LED-basierte Beleuchtungsquellen gleichzeitig als Datensender benutzt, womit eine erhebliche Ausweitung der Netzkapazität erreicht und dabei die von den Anwendern erwünschte Mobilität beibehalten werden kann. Die optische Datenübertragung vermeidet jede elektromagnetische Interferenz mit Funknetzen und ist per Definition funkfrei.

Dabei sind mit herkömmlichen LEDs Datenraten von mehr als 1 Gbit/s und Latenzen von < 2ms möglich, z. B. für das breitbandige Videostreamen in höchster Qualität (2/4/8K) und in Echtzeit. Mit nur wenigen Zusatzbauteilen wird die handelsübliche LED-Leuchte zum leistungsstarken Sender eines optischen WLAN. Ein spezieller Modulator schaltet die Leuchtdioden in schnellem Rhythmus ein und aus – so werden die digitalen Informationen übermittelt.

http://www.hhi.fraunhofer.de/vlc

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Anne Rommel Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

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