Das Internet lernt sprechen

Das Telefonnetz und das Internet wachsen weiter zu einem Netz der nächsten Generation zusammen: Zur CeBIT in Hannover (13. bis 20. März) zeigt Siemens mit seiner Kommunikationslösung Surpass ein Bündel neuer Anwendungen – mit interessanten Funktionen für die Nutzer und deutlichen Einsparmöglichkeiten für die Betreiber.

Das Telefonnetz der nächsten Generation nutzt zur Übertragung von Sprache das Internet-Protokoll, bei dem die Daten in kleine Pakete zerlegt und einzeln über verschiedene Leitungen verschickt werden. Der Vorteil: Da für ein Telefongespräch keine komplette Leitung freigehalten werden muss, ist das Netz insgesamt aufnahmefähiger; die Verteilung der Daten ist auf Grund der Flexibilität auch kostengünstiger. Die knifflige Aufgabe des Systems ist dabei, dass es die Pakete unabhängig vom verwendeten Netz in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen muss – ohne erkennbare Störungen für die Gesprächsteilnehmer. Die Übertragung von Sprache ist damit wie gewohnt gewährleistet. Zur Steuerung der Systeme reichen wenige zentrale Vermittlungsstellen aus, was den Telefongesellschaften eine einfachere Netzstruktur ermöglicht. Die Kosten für Betrieb und Instandhaltung könnten damit um etwa 40 Prozent sinken. Die Netzbetreiber haben zudem den Vorteil, dass die Daten für Sprache und die notwendigen Zusatzsignale, die etwa für den Aufbau der Verbindung und die Abrechnung nötig sind, über verschiedene Fest- und Mobilfunknetze laufen können.

Die Verwendung des Internets zum Telefonieren bringt auch dem Kunden mehr Service. Die Funktion Call Waiting Internet benachrichtigt Anwender, die gerade im Netz surfen, wenn ein Anruf eingeht. Sie können dann ihre Sitzung im Netz abbrechen und das Gespräch entgegennehmen. Surfone geht noch einen Schritt weiter: Diese Funktion errichtet virtuell einen zweiten Kommunikationskanal, so dass der Anwender gleichzeitig telefonieren und im Netz surfen kann. Die Kunden erhalten mit der Siemens-Lösung unabhängig von der Zugangstechnik (ISDN, DSL, Kabel) einen Breitbandzugang zum Internet. Die neuen Systeme erfordern zum Telefonieren nicht unbedingt neue Geräte, auch der alte Analogapparat funktioniert weiter.

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Dr. Norbert Aschenbrenner NewsDesk

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