Studie: Marktforschung via Internet


Unternehmen mischen Neues mit Traditionellem
Kommunikationsforschung Aktuell, Band 4 erschienen

Marktforschung mithilfe des Internet wird sich in Unternehmen etablieren, ohne bewährte Methoden zu verdrängen. Das neue Medium erleichtert Abläufe und spart Zeit, revolutionieren wird es die Erforschung von Kundenwünschen und -bedürfnissen nicht. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Marktforschung via Internet“ von Christof Mönchhalfen, M.A., die vor kurzem im Bochumer Universitätsverlag erschienen ist (Kommunikationsforschung Aktuell, Bd. 4, Herausgeber: Prof. Dr. Franz R. Stuke, Sektion für Publizistik und Kommunikation der RUB).

Einfluss der Infodienste

Sich kommunikativ über eMail auszutauschen und Daten im World Wide Web zu beschaffen, gehört für viele schon selbstverständlich zum privaten wie beruflichen Alltag. Welchen Einfluss die neuen Technologien, insbesondere die Informationsdienste im Internet, auf die Marktforschung von Unternehmen haben, beleuchtet die Studie von Mönchhalfen. Er untersucht, ob es sich bei Online-Marktforschung um ein völlig neues Gebiet handelt, inwiefern sie das Verhältnis zwischen Unternehmen und Zielgruppen verändert und wohin die Marktforschung in Zukunft steuert.

20 Experten befragt

Mönchhalfen befragte 20 Marketingexperten aus Unternehmen in zwei Erhebungswellen in Form einer Delphi-Studie: Diese Methode ermöglicht, Prognosen einzuholen, ähnlich dem antiken Orakel von Delphi. Die ausgewerteten Ergebnisse der ersten Erhebungswelle werden der gleichen Gruppe zusammen mit einem weiteren Fragebogen zur Bewertung vorgelegt, um die Meinungen der Experten zu einem Konsens zu führen. Damit lassen sich tragfähige Urteile gewinnen über Entwicklungen, deren Gesetzmäßigkeiten noch nicht oder nur unvollständig bekannt sind. Wie die Marktforschung via Internet.

Das Orakel der Delphi-Gruppe

Marktforschung im Internet ist derzeit in erster Linie Forschung über das Medium selbst, z. B. in den weit verbreiteten Website-Tests. Anwendungen für die Zukunft sehen die befragten Experten vor allem im Geschäftskundenbereich, gekoppelt an die Möglichkeiten des E-Commerce. Die Prognose der Befragten lautet, dass die Marktforschung via Internet die herkömmlichen Methoden (Telefoninterview, Gruppendiskussion, Studiotest usw.) ergänzen wird, aber nicht verdrängen. Sie wird sich in den Unternehmen etablieren, weil sie Kosten und Zeit spart, ist jedoch nicht für alle Produkte und Zielgruppen geeignet. Auch den direkten Dialog zwischen Unternehmen und Kunden fördert das neue Medium nur eingeschränkt: Traditionell sind in der Marktforschung externe Institute zwischengeschaltet, was sich nach Ansicht der Befragten auch nicht in der Internet-Marktforschung ändern wird.

Titelaufnahme

Mönchhalfen, Christof: Marktforschung via Internet. Eine Delphi-Studie zur Einschätzung zukünftiger Möglichkeiten kommunikativer Erhebungsinstrumente. Kommunikationsforschung Aktuell, Bd. 4. 115 S., DM 29,00. Bochumer Universitätsverlag 2001, ISBN: 3-934453-22-8

Weitere Informationen

Christof Mönchhalfen, E-Mail: christof.moenchhalfen@ruhr-uni-bochum.de;
 Internet: http://bou.de/

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Media Contact

Dr. Josef König idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien

Technische und kommunikationswissenschaftliche Neuerungen, aber auch wirtschaftliche Entwicklungen auf dem Gebiet der medienübergreifenden Kommunikation.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Interaktive Medien, Medienwirtschaft, Digitales Fernsehen, E-Business, Online-Werbung, Informations- und Kommunikationstechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close