Analysetools des Fraunhofer IDMT erleichtern Umgang mit audiovisuellen Inhalten

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT aus Ilmenau stellt mit seiner »A/V Analyzing Toolbox« verschiedene Komponenten zur automatisierten Analyse von digitalem Audio- und Videomaterial bereit. Auf diese Weise werden Arbeitsprozesse im Rundfunk, Suchmöglichkeiten in digitalen Archiven oder das Management audiovisueller Inhalte deutlich erleichtert. Präsentiert wird die A/V Analyzing Toolbox vom 7. bis 11. September 2012 auf der IBC in Amsterdam.

Ist es möglich, in riesigen Rundfunkarchiven sicherzustellen, dass nur technisch einwandfreie Bild- und Tonaufnahmen gespeichert werden? Wie lassen sich umfangreiche Datenbanken bequem verwalten oder unkompliziert nach Filmausschnitten und Videoszenen mit bestimmten Inhalten durchsuchen? Die Analysemodule der A/V Analyzing Toolbox des Fraunhofer IDMT ermöglichen detaillierte Untersuchungen von digitalem Bild- und Tonmaterial und bieten neuartige Möglichkeiten bei der Produktion, Organisation und Überwachung von audiovisuellen Inhalten.

Mit Hilfe der Komponenten zur automatisierten Fehlererkennung werden Audio- und Videoinhalte analysiert und auf Störungen oder Qualitätsmängel überprüft. Dadurch können schon während des Produktionsprozesses Fehler in A/V-Material, wie beispielsweise Bildruckler, Schwarzbilder oder Blocking-Artefakte, erkannt und lokalisiert werden.
Filmproduzenten und Rundfunkschaffende profitieren von den Fraunhofer-Analyseverfahren durch die Optimierung ihrer Arbeitsabläufe: »Oftmals werden Fehler oder Qualitätsmängel in Ton- oder Bildaufnahmen nur durch manuelles, mühevolles Sichten viel zu spät im Produktionsprozess erkannt. Das kostet nicht nur Zeit, sondern lässt auch die Produktionskosten ansteigen. Unsere Module zur Fehlererkennung ermöglichen eine automatisierte und kontinuierliche Analyse des kompletten A/V-Materials während des gesamten Produktionsprozesses. So wird sichergestellt, dass nur fehlerfreies Audio- und Videomaterial in die weitere Produktion einfließt, veröffentlicht oder in Archiven gespeichert wird«, erklärt Dr. Uwe Kühhirt, Leiter der Gruppe Audiovisuelle Systeme am Fraunhofer IDMT. Die Softwarekomponenten zur Erkennung von Fehlern und Qualitätsproblemen sind nun als Bibliotheken zur Integration in Softwarelösungen verfügbar.

Auf der diesjährigen IBC präsentiert das Fraunhofer IDMT erstmalig den »Audio-visual File Checker«, ein eigenständiges Analysewerkzeug auf Basis der A/V Analyzing Toolbox, mit dem audiovisuelle Inhalte auf Qualitätsmängel hin überprüft werden können. Das Tool erlaubt Rundfunkanbietern oder A/V-Dienstleistern, die Datenüberprüfung an ihre Bedürfnisse anzupassen und detaillierte Einstellungen hinsichtlich des Analyseprozesses vorzunehmen. So können zu überprüfende Dateien oder Verzeichnisse sowie zu untersuchende Fehlerklassen ausgewählt oder ein Fehlerbericht angefordert werden. Der Audio-visual File Checker ist ab dem Frühjahr 2013 verfügbar.

Neben der Fehlererkennung stellt die A/V Analyzing Toolbox auch Module zur semantischen Videoanalyse zur Verfügung. Basierend auf inhaltlichen und strukturellen Eigenschaften des Videomaterials werden Shots und Szenen sowie charakteristische Keyframes erkannt. Es können Kamerabewegungen, wie Kamerafahrten, Schwenks oder Zooms sowie Bewegungen in Videos detektiert und ausgewertet werden. Mit der semantischen Videoanalyse ist es erstmals möglich, Videos automatisiert visuellen Konzepten, wie z. B. Landschaften oder Tageszeiten, zuzuordnen.
»Mit unseren Analysemodulen werden das Management von umfangreichen Video- oder Rundfunkarchiven vereinfacht sowie neue Such- und Recherchemöglichkeiten in großen Datenbanken möglich. Filmschaffende können so z. B. in großen Datenbeständen anhand semantischer Suchanfragen nach Filmausschnitten mit bestimmten Inhalten suchen oder sich ähnliche Videosequenzen anzeigen lassen«, so Kühhirt weiter.

Besuchen Sie uns vom 7. bis 11. September auf der IBC am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand B 80 in Halle 8 und lernen Sie die Analysemodule der A/V Analyzing Toolbox des Fraunhofer IDMT kennen.
Über das Fraunhofer IDMT:
Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau (Thüringen) betreibt angewandte Forschung im Bereich digitaler audiovisueller Anwendungen. Entwickelt werden neben Lösungen zur virtuellen Akustik für Heim- und Profianwender (z. B. die IOSONO® Wellenfeldsynthese-Technologie) auch Softwaretechnologien zur Analyse und Charakterisierung von multimedialen Inhalten sowie audiovisuelle Anwendungen für die Medizintechnik.
Des Weiteren gehören die Konzeption interaktiver Anwendungsszenarien für Entertainment und Wissensmanagement und der Entwurf von Architekturen für den digitalen Online-Vertrieb zum Forschungs-Portfolio. In Kooperation mit seinen Partnern und Kunden aus Wirtschaft, Kultur und Bildung setzt das Ilmenauer Institut zukunftsorientierte wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Komplettlösungen und Prototypen um, die auf spezifische Problemstellungen der Nutzer und die Anforderungen des Marktes zugeschnitten sind. Seit 2008 hat das Fraunhofer IDMT zwei Außenstellen. Die Abteilung Kindermedien mit Sitz in Erfurt arbeitet an der Entwicklung innovativer computergestützter Programm- und Edutainmentformate für Kinder und Jugendliche. Die Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie mit Sitz in Oldenburg forscht an Themen der Audio-Systemtechnik für die Bereiche Gesundheit, Verkehr, Multimedia und Telekommunikation.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Stefanie Theiß
Telefon +49 3677 467-311
www.idmt.fraunhofer.de
stefanie.theiss@idmt.fraunhofer.de

Ansprechpartner für Medien

Stefanie Theiß Fraunhofer-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien

Technische und kommunikationswissenschaftliche Neuerungen, aber auch wirtschaftliche Entwicklungen auf dem Gebiet der medienübergreifenden Kommunikation.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Interaktive Medien, Medienwirtschaft, Digitales Fernsehen, E-Business, Online-Werbung, Informations- und Kommunikationstechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Innovative Spritzgussformen aus dem 3D-Drucker

Die Hochschule Offenburg hat jetzt zusammen mit Partnern aus der Industrie das Forschungsprojekt „Entwicklung 3D-gedruckter Multi-Material Spritzgussformeinsätze“ gestartet. Ein Prototyp eines späteren Serienteils ließ sich bislang nur in einer eigens…

Blasenkrebs: Wann eine Chemotherapie sinnvoll ist

Immunstatus erlaubt Abschätzung des Therapieerfolgs Bei Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs trägt die körpereigene Bekämpfung des Tumors durch das Immunsystem zur Wirksamkeit einer Chemotherapie bei. Das berichtet ein Forschungsteam der…

Genorte für übermäßiges Schwitzen identifiziert

Erkenntnisse von Genetikern der Universität Trier könnten helfen, die sogenannte Primäre Hyperhidrose besser zu behandeln. Petra H. muss bei einem Vorstellungsgespräch Briefe nach Wichtigkeit sortieren. Dabei hinterlässt sie große nasse…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen