Standard-Leistungstests für Rettungs-Roboter

Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST)strebt eine standardisierte Suite von Leistungstests für Rettungs-Roboter an.

Damit will das NIST eine international reproduzierbare Bewertung der Fähigkeiten von Robotern ermöglichen, die Ersthelfer bei Notfall- und Katastropheneinsätzen beispielsweise in eingestürzten Gebäuden unterstützen. Zur Entwicklung solcher Standards hat das NIST vor kurzem in Texas eine Übung mir rund drei Dutzend Robotern durchgeführt. Allerdings könnte das Ziel einer Standardisierung gerade aufgrund des großen Potenzials von Rettungs-Robotern noch schwer zu erreichen sein.

„Es ist eine Herausforderung, Teststandards zu entwickeln, da die Roboter sich noch weiterentwickeln“, sagt Elena Messina, NIST Acting Chief Intelligent Systems Division. Üblicherweise würden Standards für bereits gebräuchliche Produkte definiert. „Das Entwicklungspotenzial ist gerade im Bereich 'Rescue Robots' noch sehr groß“, meint auch Bärbel Mertsching, Leiterin des GET Lab an der Universität Paderborn, im Gespräch mit pressetext. Die Wissenschaftlerin, ist allerdings skeptisch, ob die Zeit schon reif für Standards ist. Allerdings begrüßt sie die Bemühungen des NIST, das auch an der Organisation von Rescue-Robot-Wettbewerben im Rahmen des RoboCup beteiligt ist. „Die Wettbewerbe sind aber von realen Szenarien noch relativ weit entfernt“, meint Mertsching.

Schwierig für die Schaffung von Standards ist nicht zuletzt die große Bandbreite der Katastrophenszenarien für Rettungs-Roboter. Sie unterstützen Ersthelfer beispielsweise dadurch, dass sie teilweise eingestürzte Gebäude auf der Suche nach Personen erkunden oder nach giftigen Chemikalien suchen. In realen Einsätzen könnten Umweltbedingungen bestimmte Systeme sehr stark beeinflussen. „Es ist in unseren Breiten sicher leichter, Menschen mit Thermosensoren aufzufinden als in warmen, äquatorialen Regionen“, nennt Mertsching ein Beispiel.

Dass das NIST trotz der gerade aus der Vielseitigkeit und dem Potenzial der Systeme entstehenden Hürden an Standard-Tests für Rettungsroboter interessiert ist, ist leicht erklärt. „Es ist wichtig, dass Entwickler Ergebnisse vergleichen können – was ohne reproduzierbare Testumgebungen nicht möglich ist“, betont Messina. Mit einem reproduzierbaren schwierigen Gelände dagegen könnten beispielsweise US-Forscher genau verstehen, was ein Roboter bei Tests in Japan wirklich geleistet hat. Die texanische Übung hat unter anderem Tests für die Batteriekapazität, die Mobilität von Robotern sowie die Qualität von Roboter-generierten Geländekarten umfasst. Kommunikations- und Manipulatoren-Tests, die im Rahmen der Übung durchgeführt und besprochen wurden, sollen der internationalen Standardisierungsorganisation ASTM International http://www.astm.org als möglicher Teststandard für Rettungs-Roboter vorgelegt werden.

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Thomas Pichler pressetext.austria

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