Blutgerinnung besser verstehen

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich sind an einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Blutgerinnung beteiligt.Gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und Medizinern aus Deutschland und Österreich verfolgen die Physiker das langfristige Ziel, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern. Die DFG fördert das Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre.

Ein Schlüsselprotein der Blutstillung steht im Zentrum des Interesses der neuen DFG-Forschergruppe „Shear Flow Regulation of Hemostasis – Bridging the Gap Between Nanomechanics and Clinical Presentation“. Der sogenannte Von-Willebrand-Faktor (VWF) reguliert im menschlichen Körper das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Verblutung. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, können Krankheiten entstehen, zum Beispiel Thrombosen.

Um Struktur und Funktion des Von-Willebrand-Faktors besser zu verstehen, kooperieren in der neuen Forschergruppe Mediziner mit experimentell und theoretisch arbeitenden Biophysikern, Nanowissenschaftlern und Physiologen. Wissenschaftler aus elf Einrichtungen beteiligen sich daran, die Regulationsprozesse im Detail aufzuklären. Die Forschergruppe kooperiert außerdem mit Wissenschaftlern in den USA sowie mit Partnern aus der Industrie. Langfristig soll davon die Diagnostik und Therapie von angeborenen Blutgerinnungsstörungen,akuten Thrombosen oder Schlaganfällen profitieren.

„Wir werden in Jülich mithilfe von Modellen und Computersimulationen untersuchen, wie sich das Protein und andere Blutbestandteile in der Blutströmung verhalten und miteinander wechselwirken“, erklärt Prof. Gerhard Gompper, Direktor am Jülicher Institute of Complex Systems und Institute for Advanced Simulations. „Dass theoretische Forscher gemeinsam mit angewandten Wissenschaftlern und klinisch tätigen Ärzten forschen, ist außergewöhnlich.

Das bietet die große Chance, die Rolle des Von-Willebrand-Faktors bei der Blutgerinnung im Detail aufzuklären.“

Institut Theorie der Weichen Materie und Biophysik:
http://www.fz-juelich.de/ics/ics-2/DE/Home/home_node.html
Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung_

nr_35/index.html

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerhard Gompper, Forschungszentrum Jülich, Theorie der Weichen Materie und Biophysik, Tel. 02461 61-4012, E-Mail: g.gompper@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Angela Wenzik, Wissenschaftsjournalistin, Forschungszentrum Jülich, Tel. 02461 61-6048, E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de

Media Contact

Erhard Zeiss Forschungszentrum Jülich

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung

Aktuelle Meldungen und Entwicklungen aus fächer- und disziplinenübergreifender Forschung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Mikrosystemforschung, Emotionsforschung, Zukunftsforschung und Stratosphärenforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Die ungewisse Zukunft der Ozeane

Studie analysiert die Reaktion von Planktongemeinschaften auf erhöhtes Kohlendioxid Marine Nahrungsnetze und biogeochemische Kreisläufe reagieren sehr empfindlich auf die Zunahme von Kohlendioxid (CO2) – jedoch sind die Auswirkungen weitaus komplexer…

Neues Standardwerkzeug für die Mikrobiologie

Land Thüringen fördert neues System zur Raman-Spektroskopie an der Universität Jena Zu erfahren, was passiert, wenn Mikroorganismen untereinander oder mit höher entwickelten Lebewesen interagieren, kann für Menschen sehr wertvoll sein….

Hoher Schutzstatus zweier neu entdeckter Salamanderarten in Ecuador wünschenswert

Zwei neue Salamanderarten gehören seit Anfang Oktober 2020 zur Fauna Ecuadors welche aufgrund der dort fortschreitenden Lebensraumzerstörung bereits bedroht sind. Der Fund ist einem internationalen Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close