Bulmahn startet Strategieprozess zur Neuausrichtung der Nanotechnologie-Förderung in Deutschland

BMBF initiiert Nachwuchswettbewerb über 75 Millionen Euro

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat in Bonn eine strategische Neuausrichtung der Nanotechnologie in Deutschland angekündigt. Ziel sei es, dem spürbaren Aufbruch und der wachsenden Dynamik in der Nanotechnologie durch neue, strategische Impulse zum Durchbruch zu verhelfen, sagte Bulmahn anlässlich der Eröffnung des BMBF-Kongresses NanoDe.

„Das BMBF macht Ernst mit einer eindeutigen Prioritätensetzung zugunsten der Nanotechnologie“, betonte Bulmahn vor den rund 600 Teilnehmern des Kongresses. In diesem Zusammenhang verwies die Bundesforschungsministerin auf die Entwicklung der BMBF-Ausgaben im Bereich der Nanotechnologie-Projektförderung. So betrage die Steigerung des laufenden Haushaltes im Vergleich zum Vorjahr 64 Prozent. Vergleiche man die Ansätze von 2002 (88,5 Millionen Euro) mit denen von 1998 (27,6 Millionen Euro), dem letzten Haushaltsjahr der Vorgängerregierung, so mache die Steigerung mehr als 200 Prozent aus. Die Förderung der Nanotechnologie ist nach Angaben Bulmahns in zahlreichen BMBF-Fachprogrammen Schwerpunkt.

Bundesforschungsministerin Bulmahn präsentierte einen zehn Punkte umfassenden Handlungsrahmen, der als Teil einer Gesamtstrategie bis Ende des Jahres in ein Rahmenkonzept zur künftigen Förderung der Nanotechnologie münden soll. Die wichtigsten Punkte daraus:

„Das BMBF startet jetzt einen Nachwuchswettbewerb Nanotechnologie, für den über einen Zeitraum von fünf Jahren ca. 75 Millionen Euro für Forschungsprojekte wissenschaftlicher Nachwuchsgruppen zum Thema Nanotechnologie zur Verfügung gestellt werden“, kündigte Bulmahn an. Hervorragende junge Nano-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland erhielten die Möglichkeit, unabhängig, das heißt als eigenverantwortlicher Projektleiter, im Bereich naturwissenschaftlich-technisch benachbarter Disziplinen zu forschen.

Darüber hinaus wird das BMBF nach Abstimmung mit Wirtschaft und Wissenschaft und ergänzend zur bisherigen Förderung eine Ausschreibung für „Leuchtturmprojekte“ initiieren. Das sind strategisch angelegte Forschungskooperationen unter führender Mitwirkung der Industrie, mit denen stärker als bisher der Abgleich der öffentlichen Forschung mit den strategischen Interessen der Industrie in Deutschland gesucht wird.

Für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) wird der Zugang zu Forschungsprogrammen und damit zu aktuellen FuE-Ergebnissen weiter optimiert. Dafür sind die Antrags- und Förderverfahren vereinfacht worden. So wird der Zeitraum zwischen Projektidee und Förderentscheidung weiter verkürzt.

„Mit ihrem Innovationspotenzial kommt der Nanotechnologie eine große Bedeutung für die Sicherung und Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandorts Deutschland und somit für die Schaffung und den Erhalt zukunftssicherer Arbeitsplätze zu“, sagte die Bundesforschungsministerin.

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