Europäische Forscher starten Schiffwrack-Projekt

Ein europäisches Archäologenteam hat ein Projekt zum Schutz von Schiffwracks gestartet. Die für drei Jahre anberaumte Initiative wird von der Europäischen Union mit 1,2 Mio. Euro unterstützt. Bis 2004 planen die Teilnehmer ein Standard-Verfahren für die Risikobewertung der Wracks gefunden sowie einen Weg entwickelt zu haben, auf welchem Weg die Öffentlichkeit die Untergangsstelle besichtigen kann, so ein Bericht in der aktuellen Online-Ausgabe von Nature www.nature.com .

Forscher untersuchen vier Wracks in nordeuropäischen Gewässern. Davon liegen zwei im Baltischen Meer, eines in der Nordsee vor der niederländischen Küste und das vierte in einem schwedischen See. Die Schiffe reichen von einem Segelschiff aus dem 13. Jahrhundert bis zu einem Raddampfer, gesunken im Jahr 1856. Auf den Wracks werden Instrumente u.a. Strömungen und den Salzgehalt messen. „Derzeit wissen wir noch sehr wenig über Vorgänge unter Wasser“, erklärte Meeres-Archäologe Carl Olof Cederlung vom Soderton University College in Stockholm. Das Projekt soll nun das Verständnis, warum manche Schiff rosten, andere wieder nicht, verbessern. Mit den erhaltenen Daten soll die Zukunft eines gesunkenen Schiffes vorhergesagt werden. Damit erhalten Forscher ein Werkzeug für etwaige Konservierungsmaßnahmen.

Mit dem Projekt sollen auch Wege gefunden werden, um den menschlichen Einfluss auf die Schiffbruchstelle zu minimieren. Laut Forschern steigt nicht nur Zahl der Taucher auf der Suche nach Mineralien, sondern auch die Suche nach fossilen Brennstoffen. Sallamaria Tikkanen vom Meeresmuseum in Helsinki sieht eine Alternative in der Errichtung von virtuellen Unterwassermuseen. Internet-User könnten so Schiffbruchstellen online besuchen.

Das EU-Projekt wurde von finnischen Forschern während Arbeiten auf dem Wrack der Vrouw Maria initiiert. Das Handelsschiff sank im Jahr 1771 auf der Route Amsterdam-St.Petersburg. Es wurde 1999 in 41 Meter Tiefe vor der finnischen Küste entdeckt. Durch den Vergleich der Vrouw Maria mit anderen Wracks wollen Forscher ermitteln, ob das Schiff gehoben werden soll. Noch fehlt dafür allerdings das Geld. „Die Bergung würde hunderte Mio. Euro verschlingen“, erklärte Tikkanen.

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Sandra Standhartinger pte.online

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