FRM II ist flugzeugabsturzsicher

Lengfelder im eigenen Institut umstritten
Gedanken über Uranbeschaffung abstrus

Als abstrus bezeichnete Gert von Hassel, Pressesprecher der Projektgruppe FRM II, die Behauptung von Prof. Edmund Lengfelder, die TU wolle mit dem FRM II einen Nuklearkreislauf unterhalten, damit in Deutschland Uran hoher Anreicherung hergestellt werden könne. Tatsache ist, dass das Uran nicht in Deutschland hergestellt, sondern in Form fertiger Brennelemente importiert wird.

„Die ´Neue Forschungs-Neutronenquelle Garching’ ist weltweit der erste und bislang einzige Forschungsreaktor, der gegen Flugzeugabsturz geschützt ist,“ betonte von Hassel. Die Sicherungseinrichtungen, die von allen Gutachtergremien und Genehmigungsinstanzen abgesegnet worden seien, hätten einen hohen und modernen Standard. Hassel: „Selbst die Reaktorsicherheitskommission, die das Bundesumweltministerium berät, hat keine Bedenken gegen die Sicherheit des FRM II geäußert“.

Außenwände und Dach des FRM II haben eine Betonstärke von 1,80 Meter. Die Armierung (doppelte Lage aus 2,8 cm Baustahl) ist so dimensioniert, dass sogar bei einem angenommenen Aufprall eines schnell fliegenden Militärjets keine Wrackteile die Wand durchschlagen können.

„Außerdem ist das Reaktorbecken von den Wänden des Gebäudes so entkoppelt, dass keine mechanische Schockwelle auf das Reaktorbecken übertragen werden kann“, erklärte von Hassel. Das Becken bleibe intakt; das Schutzziel (Kühlmittelerhalt) werde auch bei einem solchen Szenario erreicht. Die Auslegung schließe übrigens die Erdbebensicherheit ein. Die Projektgruppe empfehle Herrn Lengfelder, sich seriös und ohne Vorurteile mit der Thematik zu beschäftigen.

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Dieter Heinrichsen M.A. idw

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