Deutschland erhält das modernste Forschungsschiff der Welt

Bulmahn: „Deutsche Spitzenstellung wird weiter ausgebaut“

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn sieht die deutsche Wissenschaft in den Polarregionen hervorragend aufgestellt. Mit dem neuen eisrandfähigen Forschungsschiff MARIA S. MERIAN bekäme Deutschland das weltweit modernste multidisziplinäre Forschungsschiff, sagte Bulmahn am Dienstag während der Tauf-Zeremonie in Schacht-Audorf. Die Ministerin ist Taufpatin des neuen Forschungsschiffes. „Die MARIA S. MERIAN bietet der deutschen Meeresforschung exzellente Arbeitsmöglichkeiten. Dadurch bauen wir Deutschlands Spitzenstellung im internationalen Vergleich weiter aus.“ Mit 42 Millionen Euro “ oder 75 Prozent der Gesamtsumme “ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den größten Part der Baukosten übernommen.

Der Bau des hochmodernen Spezialschiffes sei zugleich der Beweis für die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen maritimen Industrie im harten internationalen Wettbewerb, sagte Bulmahn. Das 94 Meter lange Forschungsschiff soll in den kommenden Jahren vor allem den Einfluss der Ozeane auf Klimaschwankungen untersuchen. Dafür werde es bis zu 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und 21 Mann Besatzung bis zum nördlichen Golfstrom und in die Eisrand-Region der Arktis führen. „Wir werden Antwort auf die drängenden Fragen der Klimaveränderungen finden, um zukünftig noch nachhaltiger mit der Erde und unserer Umwelt umgehen zu können“, sagte Bulmahn. Aber auch in der Ozeanographie, der marinen Geologie, der Meeres- und Luftchemie, der marinen Geophysik bis hin zur Meteorologie erhoffe man sich wichtige neue fundamentale Erkenntnisse. Die an Bord installierten Lotsysteme würden beispielsweise Bodenstrukturen bis 10.000 Meter Tiefe erkennen. Die MERIAN ersetze die inzwischen außer Dienst gestellten deutschen Forschungsschiffe VALDIVIA, VICTOR HENSEN und ALEXANDER VON HUMBOLDT.

Die Investitionskosten von 56,4 Millionen Euro teilen sich neben der Bundesregierung (75 Prozent) die Landesregierungen Mecklenburg-Vorpommern (12,5 Prozent) sowie Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg (zusammen 12,5 Prozent). Die Kosten für den laufenden Schiffsbetrieb tragen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (70 Prozent) und das BMBF (30 Prozent). Wissenschaftlich betreut wird die MARIA S. MERIAN vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW). Der Heimathafen wird Rostock-Warnemünde sein. Für Oktober ist die offizielle Übergabe an die Wissenschaft geplant.

Maria Sybilla Merian (1647 “ 1717) war eine Naturforscherin, die “ ungewöhnlich für ihr Jahrhundert “ gemeinsam mit ihrer Tochter Fernreisen zu Forschungszwecken antrat. Ihr Porträt zierte auch die 500-DM-Banknote. Der Namensvorschlag für das neue Forschungsschiff geht zurück auf einen BMBF-Schülerwettbewerb im „Jahr der Geowissenschaften 2002“, den der damals 10-jährige Steffen Kaiser aus dem süddeutschen Lorch gewann.

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