Software mieten statt kaufen

Studie des ZGDV über ASP im Engineering

Ein neues Marktmodell wird in den nächsten Jahren die Softwarebranche stark verändern: Application Service Providing, kurz ASP. Bei diesem Konzept muss der Anwender keine Lizenz erwerben und Programme auf seinem Rechner installieren, sondern kann über das Internet auf die Software eines Anbieters zugreifen. Welche Einsatzmöglichkeiten für ASP im so genannten Engineering – dem Ingenieurwesen – bestehen, zeigt eine Studie des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) Rostock: Die Wissenschaftler geben einen Überblick zu den aktuellen ASP-Angeboten für diesen Sektor und zu den technologischen Trends. Darüber hinaus entwickeln sie die Vision einer branchenspezifischen ASP-Plattform. In drei bis vier Jahren wird das Umsatzvolumen des deutschen ASP-Marktes im Engineering 600 bis 900 Millionen Mark betragen, prognostizieren die Verfasser der Studie.

„Gerade kleine und mittlere Unternehmen setzen wegen der hohen Kosten zu selten spezialisierte Software für Konstruktion, Simulation oder zur Vorbereitung der Fertigung ein“, weiß Uwe von Lukas, Abteilungsleiter „CAD & Teleservices“ am ZGDV Rostock. Er sieht im ASP-Modell die Chance, dass diese Firmen zukünftig die teuren und komplexen Applikationen nutzen können. Davon profitieren alle Beteiligten: Softwarehäuser und Provider erschließen sich neue Märkte. Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) können flexibel Programme „mieten“, um Bedarfsspitzen abzufangen oder die Systeme des Auftraggebers zu nutzen – das steigert ihre Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings sind laut Studie derzeitige ASP-Lösungen für die Anwendungen im CAD/CAE (Computer Aided Design/Computer Aided Engineering) nur bedingt geeignet. Gelöst werden müssen noch technologische Fragen, die sich aus den besonderen Anforderungen im Engineering ergeben: beispielsweise dem unverzichtbaren kundenspezifischen Anpassen der Software (Customizing), der Übertragung enormer Datenmengen bei grafikintensiven Applikationen und der Integration zwischen lokal betriebenen und auf dem ASP-Server verfügbaren Anwendungen.

Im Rahmen der Studie stellen Uwe von Lukas und sein Team eine technologische Vision für den ASP-Markt vor, die auf aktuellen Standards aufbaut und insbesondere die Integrationsfähigkeit sowie die Geschwindigkeit beim Zugriff auf ASP-Angebote im CAD-Bereich deutlich steigern kann. Dazu empfehlen die Wissenschaftler, eine ASP-Plattform für das Engineering aufzubauen, in die u. a. die Ergebnisse aus den Forschungs- und Entwicklungs-Projekten des ZGDV einfließen können. So entwickeln im Leitprojekt iViP (integrierte Virtuelle Produktentstehung) Industriepartner und Forschungseinrichtungen wie das ZGDV gemeinsam Hightech-Softwareprodukte für eine über alle Phasen durchgängig digitale Produktentstehung.

Die Studie gibt einen Überblick zu einem innovativen Marktsegment, dient Entscheidungsträgern als Orientierungshilfe und bildet die Basis für strategische Schritte zur Weiterentwicklung des ASP-Konzeptes. Die Studie „ASP im Engineering“ kann beim ZGDV Rostock bestellt werden und kostet 300 Mark. Ausgewählte Abschnitte der Studie stehen im Internet unter www.rostock.zgdv.de/ZGDV kostenlos zum Download bereit. Fragen zu dieser Studie beantwortet Uwe von Lukas.

Ansprechpartner:
Uwe von Lukas
ZGDV Rostock
Abt. CAD & Teleservices
Joachim-Jungius-Straße 11
18059 Rostock

Telefon: 03 81/40 24-150
Telefax: 03 81/44 60 66
E-Mail: uvl@rostock.zgdv.de

Media Contact

Bernad Lukacin idw

Weitere Informationen:

http://www.rostock.zgdv.de/ZGDV

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