TU-Forschungsschwerpunkt: Wasser in Ballungsräumen

Der Akademische Senat der TU Berlin hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Einrichtung des fachbereichsübergreifenden Forschungsschwerpunktes „Wasser in Ballungsräumen – Methoden und Instrumente einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung“ beschlossen. Die Laufzeit ist zunächst auf drei Jahre begrenzt und beginnt am 1. September 2000. Die Vorbereitung lag vor allem in den Händen von Prof. Dr. Günter Abel, Vizepräsident für Forschung, und des designierten Sprechers des Forschungsschwerpunktes, Prof. Dr.-Ing. Martin Jekel vom Institut für Technischen Umweltschutz.
Ausgangspunkt für die Entscheidung ist die grundsätzlich von der TU Berlin verfolgte Strategie der stärkeren Schwerpunktsetzung im Forschungsbereich. Eine wichtige Rolle spielt auch die mit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe geplante Gründung eines Berliner Kompetenzzentrums „Wasser“. Dieses Vorhaben ist Teil der technologiepolitischen Strategie Berlins zur Profilierung des Standortes. Das Thema Wasser soll ähnlich wie jene Technologiebereiche ausgebaut werden, bei denen sich Berlin bereits als Anbieter innovativer Lösungen etabliert hat. Dazu gehören u.a. Biotechnologie, Verkehr und Mobilität. Im Bereich Wasser sieht die TU Berlin eine besondere Chance, mit ihren wissenschaftlichen Kompetenzen und den bereits bestehenden nationalen wie auch internationalen Kooperations-Netzwerken einen wichtigen Beitrag für das Land und die Region zu leisten.
An der TU Berlin sind bereits zahlreiche Fachdisziplinen mit zum Teil erheblichen Forschungsleistungen zum Thema Wasser vorhanden. Neben dem Ausbau bestehender Kooperationen soll in neuen Forschungsprojekten der Vernetzungsgrad der TU-Partner erhöht werden. Die stetig wachsenden Umweltprobleme urbaner Räume, die immer auch den Bereich Wasser tangieren, können nur durch gemeinsame universitäre Aktivitäten sinnvoll und nachhaltig gelöst werden. Allein acht TU-Fachbereiche werden innerhalb des Schwerpunktes gemeinsam forschen. Das Spektrum reicht dabei von der Verfahrens- und Umwelttechnik, der Ökosystemforschung über die Physik bis hin zu den Planungs- und Wirtschaftswissenschaften. Vor allem methodische Grundlagen sollen erarbeitet werden, um den Umgang mit Wasser im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigeren Bewirtschaftung zu verändern. Ein besonderes Gewicht wird dabei der hohen Bedeutung von Wasserressourcen auf internationaler Ebene, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern, beigemessen werden.

Darüber hinaus besteht eine wichtige Aufgabe in der Bündelung von Forschungskompetenzen für öffentliche und privatwirtschaftliche Partner. Neben der Vermittlung von Anfragen und Aufträgen wird sich der Forschungsschwerpunkt verstärkt um den wichtigen Bereich der Akquisition von Drittmitteln kümmern.
Die TU Berlin ist bereits Sprecherhochschule des Sonderforschungsbereiches 193 „Biologische Behandlung industrieller und gewerblicher Abwässer“, an dem sich Biologen, Chemiker und Ingenieure verschiedener Fachrichtungen mit 17 Teilprojekten beteiligen. Außerdem ist der Interdisziplinäre Forschungsverbund Wasserforschung e.V., der den wissenschaftlichen Austausch in der Region Berlin-Brandenburg organisiert, an der TU Berlin angesiedelt. Der Verein ist zugleich Träger des Expo-2000-Projektes „Nachhaltiges Wassermanagement“, das zur Zeit in der Rummelsburger Bucht (S-Bahnhof Treptower Park) zu besichtigen ist.

Zum Thema Wasser bietet die TU-Pressestelle auch einen speziellen Expertendienst an. Dort sind zahlreiche Ansprechpartner aus der Universität zu diesem Wissensgebiet mit ihren Kommunikationsverbindungen und Schwerpunktthemen aufgelistet. WWW-Adresse: http://www.tu-berlin.de/presse/wissenschaftsdienst/experten/wasser.htm

Bei weiteren Fragen steht Ihnen gern der designierte Sprecher des neuen Forschungsschwerpunktes „Wasser in Ballungsräumen“, Prof. Dr.-Ing. Martin Jekel, Institut für Technischen Umweltschutz, Tel.: 030/314-23339, -25058 oder Dr.-Ing. Mathias Ernst, Leitung der Geschäftsstelle, Tel: 030/314-26911, Fax: 030/314-23850, E-Mail: [email protected] zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

 

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Ramona Ehret

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