Nationales Genomforschungsnetz wird in Deutschland etabliert


Bulmahn: „Wir schaffen damit beste Voraussetzungen für Spitzenleistungen in der Genomforschung“

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am heutigen Freitag in Berlin das Nationale Genomforschungsnetz präsentiert. Damit setzt die Bundesregierung eines der wichtigsten Ziele ihres Zukunftsinvestitionsprogramms um. „Mit dem Nationalen Genomforschungsnetz gelangt Deutschland an die Spitze bei der öffentlichen Förderung der systematischen Funktionsanalyse der Gene und der Anwendung der Forschungsergebnisse zur Bekämpfung verbreiteter Erkrankungen“, erklärte Bulmahn.

Die Bundesforschungsministerin hatte bereits bei der Veröffentlichung der Sequenz des menschlichen Genoms mit Wissenschaftlern des Deutschen Humangenomprojekts die Absicht erklärt, ein Nationales Genomforschungsnetz in Deutschland zu etablieren. Jetzt stehen die Ergebnisse fest. Eine internationale Jury hat über die Verteilung der 350 Millionen Mark, die in den kommenden drei Jahren für den Aufbau des Genomforschungsnetzes aus UMTS-Mitteln zur Verfügung stehen, entschieden.

Mit 133 Millionen Mark wird der Kernbereich aus den bestehenden fünf Kompetenzzentren gefördert. Das sind das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig, das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München, das Max-Delbrück-Centrum in Berlin und das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin.

132 Millionen Mark fließen in die krankheitsorientierten Genomnetze. Fünf Krankheitsbereiche, die viele Menschen betreffen, sollen erforscht werden: Herz-Kreislauf, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingte Erkrankungen, Infektionen und Entzündungen. An diesen Genomnetzen sind vor allem – insgesamt 16 – Universitäten beteiligt. Bundesforschungsministerin Bulmahn trat in diesem Zusammenhang den Befürchtungen der Universitäten entgegen, die Mittel würden hauptsächlich einigen wenigen großen Forschungsinstitutionen zugute kommen. „Fast die Hälfte der finanziellen Mittel werden an die Universitäten gehen. Sie werden damit genauso berücksichtigt wie die Kernbereiche“, sagte Bulmahn.

Darüber hinaus werden ethische, soziale und rechtliche Fragestellungen in das Genomforschungsnetz integriert. Dafür stehen weitere 20 Millionen Mark zur Verfügung. 65 Millionen Mark werden für die Plattformtechnologien, Proteomforschung und Bioinformatik ausgegeben.

Bundesforschungsministerin Bulmahn kündigte an, für eine effiziente Steuerung des sehr komplex organisierten Zukunftsprogramms „Nationales Genomforschungsnetz“ werde sie ein hochrangiges Gremium berufen, das im Rahmen eines Lenkungsausschusses Steuerung und Lenkung aller Forschungsaktivitäten des Nationalen Genomforschungsnetzes übernehmen soll. Diesem Lenkungsausschuss werden Persönlichkeiten aus der Industrieforschung und aus der akademischen Forschung angehören.

„Ich bin davon überzeugt, dass das Nationale Genomforschungsnetz die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf einem der wichtigsten Zukunftsfelder in der Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltig stärken wird. Die Bundesregierung hat damit eines der Kernprojekte ihres „Aktionsprogramms Lebenswissenschaften“ auf den Weg gebracht. Die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für Spitzenleistungen auf diesem Gebiet sind damit in Deutschland geschaffen worden. Jetzt liegt es an den Forscherinnen und Forschern, diese Chancen zu nutzen und mit exzellenten Forschungsergebnissen die Voraussetzungen für Innovationen zu schaffen“, erklärte Bulmahn abschließend.

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Iris Marzian idw

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