Weltraumtechnologie löst irdische Schweißprobleme

ESA, Kleiderfabrikant Karada und Hugo Boss entwickeln Kühlanzüge für Autorennfahrer

Beim Grand Prix in Silverstone am vergangenen Wochenende hat das McLaren-Team erstmals Kühlanzüge getragen, die von Forschern der Europäischen Raumfahrtagentur ESA gemeinsam mit dem italienischen Kleiderfabrikanten Karada und dem Designer Hugo Boss entwickelt wurden. Die Anzüge sollen laut ESA für eine angenehme Körpertemperatur sorgen und sowohl Autorennfahrer als auch das Service-Team vor Schweißausbrüchen bewahren.

Die Anzüge sind feuerfest und von einem 50 Meter langen und zwei Millimeter dicken Röhrengeflecht durchzogen. Durch dieses Geflecht zirkuliert eine wohl temperierte Flüssigkeit, was vom Prinzip her einer Mini-Kühlanlage entspricht. Die Grundidee zur Entwicklung der Anzüge stammt aus dem Jahr 2001, als Karada das Unternehmen „Grado Zero Espace“ ausgliederte. Unternehmensziel war es, den Nutzen von Chemie, Mechanik und Technik für innovative Kleidungsstücke zu untersuchen. Unter der Leitung von Hugo-Boss-Designer Mauro Taliani entwickelte das Team im ersten Anlauf eine Kühljacke. Ende 2001 wurde D´Appolonia, Mitglied des Technologie-Transfer-Programms-Netzwerkes, auf die Erfindung aufmerksam und vermittelte das Know-how an die ESA.

Ziel des Technologie-Transfer-Programms der ESA, Karada und Designer Hugo Boss ist es, Weltraumtechnologien für ihre weitere Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Technologie-Broker wie D´Appolonia durchkämmen die Raumfahrt-Welt in Europa und Kanada, um Technologien mit einem „irdischen“ Anwendungspotenzial aufzuspüren und zu vermarkten. Der Vermarktung derartiger Technologien wird ein bedeutender Zukunftsmarkt prognostiziert. Bis 2004 sollen die Umsätze aller beteiligten Unternehmen rund eine Mrd. Euro betragen. Im selben Zeitraum sollen 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen bzw. 25 neue Unternehmen gegründet und 150 Technologie-Transfers vollzogen werden.

Media Contact

Sandra Standhartinger pte

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