Software speichert Daten auf Papier

Festplatte: Papier hält länger (Foto: pixelio.de, Sandor Somkuti)

Das Windows-Open-Source-Programm PaperBack erlaubt es Nutzern Daten auf einem herkömmlichen Blatt Papier zu speichern. Dazu schreibt ein herkömmlicher Drucker QR-Code-ähnliche Muster auf das Medium. Die Datenmenge, die ein A4-Blatt fasst, hängt dabei von der Auflösung des Druckers ab.

Bei 600 DPI passen allerdings lediglich 500 Megabyte auf eine Seite. Erfinder Oleh Yuschuk hat die Anwendung eigentlich als Witz erfunden, das Speichern von Passwörtern für verschlüsselte Dateien und Datenträger kann aber durchaus Sinn machen. Bei optimalem Papier und entsprechender Tinte halten Daten über 100 Jahre.

Quadratisch, praktisch, gut

PaperBack speichert beliebige Dateien in quadratischen Mustern. Jedes Quadrat fasst etwa 80 Byte. Bei 200 DPI passen etwa 2.400 dieser Blöcke auf eine A4-Seite. Das entspricht rund 200 Kilobyte. Bei 600 DPI fasst ein doppelseitig bedrucktes Blatt schon ein Megabyte. Im Falle von Textdateien kann ein spezielles Komprimierungsverfahren die Kapazität einer einzigen Seite auf bis zu drei Megabyte erhöhen. Das ist immerhin schon mehr als vor 15 Jahren auf eine gängige Diskette gepasst hat. Um die Daten auszulesen, werden die bedruckten Blätter eingescannt. PaperBack stellt die ursprünglichen Daten aus dem Bild wieder her.

Um die Lesbarkeit auch im Falle von dreckigem oder beschädigtem Papier zu gewährleisten, hat Yuschuk einen Fehlerkorrekturmechanismus inkludiert. Ein Teil der Daten wird doppelt geschrieben. So können die Dateien auch dann noch ausgelesen werden, wenn 20 Prozent des Papiers unlesbar sind – zumindest in der Theorie. Die 100 Jahre Haltbarkeit erreicht der Papierspeicher allerdings nur, wenn säurefreies Papier verwendet wird und auch die Tinte solange ihre Farbe behalten kann.

Durch Pixelcodes wird die Maschinenlesbarkeit zu Lasten der Menschenlesbarkeit verbessert und die Informationsdichte erhöht. Zusätzliche Fehlerkorrekturcodes verbessern die langfristige Verfügbarkeit. Allerdings lösen sich die Tonerpartikel zuweilen großflächig vom Papier ab,

wogegen auch Fehlerkorrekturcodes weitgehend machtlos sein dürften. Dies geschieht besonders häufig bei Lagerung der Blätter in Stapeln“, so ein Experte.

Fehlende Langzeitspeicher

Das Speichern von Daten über längere Zeiträume ist ein großes Problem. „Nach meinem Wissensstand gibt es aktuell keine digitalen Speichertechnologien die eine derart lange Haltbarkeit garantieren kann. Zudem sehe ich ein Problem in der technischen Verfügbarkeit der Zugriffsschnittstellen. Sobald eine neue Technologie ausgereift ist, empfiehlt es sich laufend eine Konvertierung auf die nächst aktuellere Technik durchzuführen, um immer am Lauf der Zeit zu bleiben“, sagt Markus Häfele von der Attingo Datenrettung GmbH http://www.attingo.at gegenüber pressetext.

Das Speichern von Dateien auf Papier bietet da schon bessere Aussichten, sofern die Blätter sicher verwahrt und vor Hitze und Nässe geschützt werden. Die Speicherkapazität ist allerdings verschwindend gering, was einen produktiven Einsatz unmöglich macht. Findige Nutzer haben allerdings eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit gefunden. Die Zugangsschlüssel für sichere Systeme wie E-Banking können hier sicher aufbewahrt werden.

Normalerweise befinden sich solche Passwörter auf USB-Sticks. Werden diese unlesbar, ist der Zugang vorerst nicht mehr möglich. Auf einem Blatt Papier gesichert lässt sich der Schlüssel aber umgehend wiederherstellen. Selbst wenn es in der Zukunft keine Technologie mehr geben sollte, um die Muster wieder in Daten zu verwandeln, ist nicht alles verloren. Theoretisch könnte der PaperBack-Code auch in Handarbeit entschlüsselt werden.

Media Contact

Markus Keßler pressetext.redaktion

Weitere Informationen:

http://www.ollydbg.de/Paperbak

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