Roboter improvisiert Musik

Der Forscher Toby Gifford an der Queensland University of Technology (QUT) hat den Roboter „Jambot“ entwickelt, um Musik-Performances zu unterstützen.

„Der 'Jambot' ist im Prinzip eine Suite von Algorithmen um Musik wahrzunehmen und zu begleiten“, erklärt Gifford gegenüber pressetext. Dadurch kann ein Prototyp eine rhythmische Begleitung bei Liveauftritten improvisieren, die sich dynamischer an die Künstler anpasst als bei bisherigen Technologien. Weitere Forschungsarbeit soll die Möglichkeiten des Musik-Roboters noch ausweiten.

Schon jetzt nutzen Musiker computerbasierte Begleitstimmen oder „Loop-Pedale“ für Wiederholungseffekte. „Solche Technologien sind allerdings wenig flexibel und reagieren kaum darauf, was auf der Bühne passiert“, meint Gifford. Sein Jambot-System „hört“ bei einem Liveauftritt durch ein Signal vom Mischpult die Musik und analysiert diese. „Meine Algorithmen erkennen schnell, was in der Musik vor sich geht, während sie gespielt wird“, so der Forscher. Aufgrund der Analyse kann sein derzeitiger Prototyp dadurch eine rhythmische Begleitung mit Perkussionsinstrumenten und eine einfache Bassline improvisieren. Das Erzeugen harmonischer oder melodischer Begleitstimmen dagegen bleibt derzeit noch Ziel weiterer Forschungsarbeit.

Einen menschlichen Lead-Gitarristen soll Jambot aber nie ersetzen. Dazu hat das System Gifford zufolge gar nicht das kreative Potenzial, da es im Endeffekt nur existierendes Musikmaterial umgestaltet. „Die Idee ist auch ein begleitender Partner, der Musiker unterstützt“, betont der Forscher. Das könne das System ferner dadurch, dass es bei einem Auftritt vorgegebene Playback-Sequenzen an das aktuelle Spieltempo der Live-Musiker anpasst. „Das ist für Bands gedacht, die elektronische und Live-Instrumente kombinieren, aber nicht strikt an ein metronomisches Tempo gebunden sein möchten“, erklärt Gifford gegenüber pressetext. Weiters denke er an Live-Remixes von Aufnahmen für DJ-Auftritte als Anwendung für seine Algorithmen.

Zumindest bis nächstes Jahr wird es laut QUT noch dauern, ehe sich Gifford im Detail mit der Frage der kommerziellen Vermarktung von Jambot auseinandersetzt. Drei grundsätzliche Ideen hat der Forscher aber schon. Ein Software-Plug-In, ein iPhone-Spiel sowie ein physisches Effektpedal sind für ihn vorstellbar. Auf letztere Variante wolle er allerdings verzichten, sofern sie nicht zu ähnlichen Kosten wie normale Effektpedale umsetzbar ist.

Media Contact

Thomas Pichler pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.qut.edu.au

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Urtümliche Reaktionswege

Reaktionen im reduktiven Krebszyklus funktionieren auch mit Meteoritenpulver. Natürlich ablaufende chemische Reaktionen könnten sich zu den heute bekannten biochemischen Prozessen fortentwickelt haben. Ein Forschungsteam hat nun entdeckt, dass eine Reaktionsabfolge…

Tomographie zeigt hohes Potenzial von Kupfersulfid-Feststoffbatterien

Feststoffbatterien ermöglichen noch höhere Energiedichten als Lithium-Ionenbatterien bei hoher Sicherheit. Einem Team um Prof. Philipp Adelhelm und Dr. Ingo Manke ist es gelungen, eine Feststoffbatterie während des Ladens und Entladens…

Sternschnuppen aus den Zwillingen – die Geminiden kommen

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die Geminiden sorgen Mitte Dezember für einen schönes Sternschnuppenschauspiel. Mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde gelten die Geminiden als reichster Strom des…

Partner & Förderer