Internet-Technologie ins Fahrzeug

Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK fokussiert dabei das Netzwerkmanagement mit den Themen Zuverlässigkeit, Quality of Service und Echtzeitverhalten.

Autos sind komplexe Systeme: Bis zu 70 Minicomputer, sogenannte Steuergeräte, kommunizieren mithilfe von unterschiedlichsten Übertragungstechnologien, wie CAN, LIN, MOST, FlexRay, untereinander und sind Kern der Elektronik, die heute rund 60 Prozent der Fahrzeugfunktionen ausmacht. Die technologieübergreifende Kommunikation ist sehr aufwändig. Damit dies einfacher wird, braucht es eine einheitliche, neue Technologie. Diese glauben die Automobilentwickler in der Internet-Technologie, genauer gesagt dem IP (Internet Protocol), gefunden zu haben. Nicht nur können IP-Komponenten in Zukunft günstiger sein, eine Vereinheitlichung der Übertragungstechnologie macht das ganze System homogener und damit leichter beherrschbar.

Weniger Fehler und neue Funktionen
Die IP-Technologie vereinfacht die Automobilentwicklung, indem sie homogene Systeme ermöglicht, die durch die einfachere Entwicklung auch weniger fehleranfällig sind. Zudem ermöglicht sie Schnittstellen mit denen neue Geräte nahtlos ins Fahrzeug integriert werden können. Dadurch können z.B. IP-fähige Geräte wie Smartphones oder Notebooks an integrierte Fahrzeugdisplays oder Audiosysteme über standardisierte und weitverbreitete Schnittstellen angebunden werden, was zuvor nicht oder nur umständlich möglich war.

Doch bevor die IP-Technologie sicher und zuverlässig im Fahrzeug eingesetzt werden kann, müssen einige Herausforderungen gemeistert werden. Diesen stellt sich das Forschungsprojekt „Sicherheit in Eingebetteten IP-basierten Systemen“. Die zentrale Fragestellung des Projektes ist, was noch getan werden muss, damit sich IP-Technologie im Fahrzeug sicher und kostengünstig einsetzen lässt.

Die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK untersuchen im Projekt die Anforderung an die IP-Technologie in punkto Quality of Service, also ob die benötigten Daten in der geforderten Güte übertragen werden, sowie hinsichtlich ihrer Echtzeitfähigkeit – [0]d.h. kommen die Daten garantiert zur rechten Zeit am Zielort an. Dabei greifen sie auf ihre Erfahrung im Netzwerkmanagement, sowohl was automobile Bussysteme als auch was IP-basierte Netzwerke betrifft, zurück. In den nächsten drei Jahren werden sie zudem Kommunikationskonzepte für neue Dienste, z.B. für Drive-by-Wire und Mediastreaming, entwickeln.

Das Verbundprojekt SEIS ist Teil der Innovationsallianz Automobilelektronik (E|ENOVA) und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Forschungsförderungsprogramms IKT2020 gefördert. In den nächsten drei Jahren arbeiten zwölf Unternehmen der deutschen Automobilindustrie und sechs Forschungseinrichtungen an diesem Projekt.

An den Forschungsarbeiten sind die Unternehmen Alcatel-Lucent Deutschland AG, Audi AG, Audi Electronics Venture GmbH, BMW AG, BMW Forschung und Technik GmbH, Continental Automotive GmbH, Daimler AG, EADS Deutschland GmbH, Elektrobit Automotive GmbH, Infineon Technologies AG, Robert Bosch GmbH, Volkswagen AG sowie die Universitäten Chemnitz, Erlangen, Karlsruhe und München, die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK und das Fraunhofer SIT beteiligt. Die BMW Forschung und Technik GmbH in München koordiniert das Gesamtprojekt.

Über die Fraunhofer ESK
Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK forscht anwendungsorientiert an Informations- und Kommunikationssystemen. Die Forschungsthemen werden im Schwerpunkt Self-Organizing Communication gebündelt, der die Geschäftsfelder Automotive, Enterprise & Carrier Communication und Industrial Communication verbindet. Die Forschungskompetenzen werden in den Kompetenzfeldern Adaptive Communication Systems und Software Methodology gebündelt.
Kontakt:
Susanne Baumer
PR und Marketing
Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK
Hansastraße 32
80686 München
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