Forschungspreis an Informatiker der Uni Mannheim für Augenoperationssimulator

50.000 Mark ermöglichen Unternehmensgründung. Mit Entwicklung erlernen Augenchirurgen Eingriffe ohne Patientenrisiko. Weiterer Erfolg für Mannheimer Informatiker

Zwei Technische Informatiker der Universität Mannheim erhalten den erstmals verliehenen Forschungs- und Innovationspreis der Stiftung Rhein-Neckar-Dreieck (Stiftung RND). Markus Schill und Clemens Wagner vom Institut für Computerunterstützte Medizin werden für die Entwicklung von EyeSi, einem Simulator für Augenoperationen ausgezeichnet. Der mit 50 000 Mark dotierte Preis wurde von Manfred Lautenschläger aus den Mitteln der Manfred-Lautenschläger-Stiftung zur Verfügung gestellt. Die feierliche Preisübergabe findet am 22. November im Rosengarten statt.

Manfred Lautenschläger, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der MLP AG, sieht seine Investition an der richtigen Adresse: „Schill und Wagner sind nicht nur junge und erfolgreiche Wissenschaftler, sondern auch Existenzgründer. Diese Auszeichnung ist also eine Anerkennung der bisherigen Leistung und gleichzeitig Startkapital für das in Gründung befindliche Unternehmen VRmagic, mit dem EyeSi weiterentwickelt und zur Serienreife gebracht werden soll.“

Unter Leitung der beiden Preisträger, Markus Schill und Clemens Wagner, wurde der EyeSi-Prototyp in der Arbeitsgruppe ViPA (Virtual Patient Analysis) am Lehrstuhl für Informatik V der Universität Mannheim entwickelt. Dank des Augenoperationssimulators können in der medizinischen Aus- und Weiterbildung von Ophthalmochirurgen zukünftig neue Wege beschritten werden: So wie Piloten im Flugsimulator trainieren, erlernen künftig auch Ärzte neue Augenoperatiostechniken in der Virtuellen Realität.

Mit EyeSi kann der Operateur nun mit Originalinstrumenten an einem mechanischen Modellauge „first-hand-experiences“ sammeln. Zur Zeit lernen Ärzte die Eingriffe in jahrelangem Training in einer Kombination aus theoretischer Weiterbildung, Assistenz bei anderen Ärzten, Operationen an Tieraugen und Übungen am realen Patienten. Die gängige Ausbildungspraxis läßt sich mit einem Computer Assisted Training System wesentlich verbessern. Mittels Lernprogramm und dem Simulator EyeSi können Ärzte in einer virtuellen Realität operieren und sich dabei den Eingriff ohne Patientenrisiko aneignen. Auch bei Präsentationen und Vorträgen leistet der Augenoperationssimulator des Mannheimer Forschungsteams seine Dienste. Die Entwicklung zur Serienreife sowie die weitere Vermarktung übernimmt das von den Entwicklern gegründete Start-up Unternehmen VRmagic GmbH.

Hans-Wolfgang Arndt, Rektor der Universität Mannheim, gratulierte den Preisträgern. „Die Technische Informatik wurde in der kurzen Zeit seit ihrer Gründung schon zu einem echten Aushängeschild der Universität“, betonte Arndt. „Der RND-Forschungspreis ist nun ein erneuter Beleg für den Erfolg dieses Faches.“ Weitere Erfolge der Mannheimer Informatiker allein in diesem Jahr: Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Reinhard Männer, dem auch Schill und Wagner angehören, wurde zum UNESCO-Lehrstuhl ernannt. Nach einer im Frühjahr erhobenen Studie der Fachzeitung Computerwoche zählen die Studierenden der Universität Mannheim bei Arbeitgebern in ganz Deutschland zu den beliebtesten Informatik-Absolventen. Erst vor einer Woche wurde der bislang jüngste Erfolg bekannt: Der Deutsche Akademische Austauschdienst stellt 900.000 Mark bereit, um den Studiengang Technische Informatik nach Mannheimer Vorbild in Minsk aufzubauen. Die Mannheimer Wissenschaftler stellen dafür Lehrmaterial zur Verfügung, bilden weißrussische Dozenten aus und exportieren ihre Lehrleistung per Teleteaching nach Minsk.

Weitere Informationen:
VRmagic GmbH
Markus Schill
c/o Uni Mannheim
B6, 27
68131 Mannheim
Tel.: +49 621 1812765
E-Mail: info@vrmagic.de

Ansprechpartner für Medien

Achim Fischer idw

Weitere Informationen:

http://www.vrmagic.de/

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