Im boomenden RFID-Markt hat Deutschland exzellente Karten

Die Radiofrequenz-Identifikation, kurz RFID genannt, gewinnt rasant an Bedeutung. Während sie in der Vergangenheit nur in Spezialbereichen eingesetzt wurde, werden nun ganze Handels- und Logistikbereiche damit ausgestattet. „RFID ist für uns eine der maßgeblichen Technologien für den Handel der Zukunft“, brachte Zygmunt Mierdorf, im Vorstand der METRO Group unter anderem für die IT verantwortlich, das Thema unlängst auf den Punkt.

RFID ist die berührungslose Identifikation von Waren, Verpackungen und Paletten per Funk mittels kleiner Chips, die Transponder oder Tags genannt werden. Über diese können blitzschnell Informationen über die Waren abgerufen werden. Nach Angaben des Frankfurter IT-Researchunternehmens Soren steht das RFID-Geschäft vor einem gewaltigen Boom. So soll sich der Markt 2004 mit rund 400 Millionen Euro auf über 2,5 Milliarden Euro im Jahre 2008 entwickeln.

„RFIDs können in Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Kosteneinsparung, Effizienzsteigerung und höherer Sicherheit leisten“, machten Experten des VDE anlässlich der CeBit 2006 deutlich. Spätestens wenn die Kosten der RFID-Chips in der Größenordnung von 1 Eurocent liegen, werde es eine Fülle von neuen Einsatzmöglichkeiten geben. Einer Expertise des VDE zufolge sollen sich vom Chip ausgehend über die Lesegeräte bis hin zu den dahinter liegenden Prozessen völlig neue Wertschöpfungsketten ergeben. Dazu seien umfassende Kenntnisse in der Informationsverwertungs- und Prozess-Software gefragt. Aufgrund des hervorragenden Kapitals an Softwarespezialisten und der IT Infrastruktur biete sich gerade für Deutschland eine große Chance, hier eine Führungsposition im globalen Wettbewerb einzunehmen und auf diese Weise zusätzliches Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.

Die RFID-Technik ist eine typische Querschnittstechnologie. Das Spektrum der Anwendungen erstreckt sich über alle Zweige der Industrie inklusive der Bereiche Dienstleistung, Handel und Logistik. Zur Verdeutlichung einige Beispiele: In der Automobilindustrie erhöht die RFID-Technologie unter anderem die Sicherheit von Wegfahrsperren. Verschiedene internationale Automobilhersteller setzen bereits Transponder in Fahrzeugschlüssel ein, wobei sich das Lesegerät im Zündschloss befindet. Zieht der Fahrer den Schlüssel aus dem Schloss, ist die gesamte Elektronik blockiert. Ein Kurzschließen des PKW ist nicht mehr möglich.

Auch in der Medizin und Pharmazie ist RFID ein beliebtes Thema. Das Anwendungsspektrum erstreckt sich von der Kontrolle von Blutkonserven bis hin zur Medikamentensicherheit. Die US-amerikanische Food and Drug Administration empfiehlt den Einsatz von RFID-Transpondern unter anderem, um Produktfälschungen von Medikamenten zu verhindern. Mehrere Unternehmen, darunter GlaxoSmithKline, Purdue Pharma, Pfizer und Aventis setzen die Technologie bereits ein oder bereiten den Einsatz vor.

Der VDE räumt der RFID-Technik große Marktchancen ein. Als Bahn brechend könnte sich nach Einschätzung von VDE-Experten der Einsatz von RFID-Tags erweisen, die nicht mehr auf Silizium sondern auf druckbaren organischen Halbleitern basieren. Die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) wirkt seit 2005 über eine neue Fachgruppe zum Thema RFID aktiv bei den erforderlichen Standardisierungsprozessen mit und bietet Technologieanbietern und Kunden eine Plattform für den Know-how-Transfer an.

Media Contact

Rolf Froböse Rolf Froböse

Weitere Informationen:

http://www.vde.com

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hochleistungs-Metalloptiken mit Lothar-Späth-Award 2021 ausgezeichnet

Fraunhofer IOF und HENSOLDT Optronics entwickeln optisches Teleskop zur Erforschung des Jupitermondes Ganymed. Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind gemeinsam mit ihrem Partner für die Entwicklung…

Chemiker designen „molekulares Flaggenmeer“

Forschende der Universität Bonn haben eine molekulare Struktur entwickelt, die Graphit-Oberflächen mit einem Meer winziger beflaggter „Fahnenstangen“ bedecken kann. Die Eigenschaften dieser Beschichtung lassen sich vielfältig variieren. Möglicherweise lassen sich…

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

Partner & Förderer