Verfahren zur Altersschätzung der Opfer von Kinderpornographie

Die Ermittlungsbehörden sichten im Kampf gegen die Kinderpornographie zunehmend große Mengen von Bildmaterial, anhand dessen das Alter der gezeigten Kinder festgestellt werden muss. Als Kinder gelten vor dem Gesetz Minderjährige im Alter unter 14 Jahren. Eine europäische Arbeitsgruppe mit Rechtsmedizinern und Anthropologen aus Düsseldorf, Mailand und Vilnius sowie einer Bochumer Firma arbeitet an der Entwicklung einer Software zur automatisierten Schätzung des Lebensalters von Kindern und Jugendlichen auf Fotos.

Die Europäische Union fördert das Projekt, das durch die Ermittlungsbehörden, u.a. durch das Bundeskriminalamt, begleitet wird. Um den bereits vorhandenen Prototyp einer Software weiter zu entwickeln, benötigen die Wissenschaftler Vergleichsdaten. In drei europäischen Ländern wurden bereits an 600 Kindern im Kindergartenalter Daten erhoben. Jetzt sollen 1650 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 18 Jahren untersucht werden, davon 550 in Deutschland. Das federführende Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Düsseldorf wird dazu die Kooperation mit Eltern, Schulen und Sportvereinen suchen im Raum Düsseldorf suchen.

Prof. Stefanie Ritz-Timme, Direktorin des Instituts: „Wir bitten Eltern um die Erlaubnis, die Gesichter ihrer Kinder anthropologisch messen und standardisiert fotografieren zu dürfen. Die Messungen und die Fotos werden durch eine Anthropologin mit Erlaubnis der Schulleitung in der Schule der Kinder angefertigt. Selbstverständlich werden die Daten anonymisiert.“ Das zu entwickelnde Verfahren wird einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Ahndung der Straftaten sowie auch zur Identifizierung der Kinder als Grundvoraussetzung für die Beendigung ihres Leidens leisten können.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefanie Ritz-Timme,
Universitätsklinikum Düsseldorf,
Tel.: 0211 / 81-19385

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Susanne Dopheide idw

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