Wasserdichte Wasserzeichen

Die beiden MPEG-Videobilder vom Frosch unterscheiden sich äußerlich betrachtet nicht. Erst im Differenzbild offenbart sich das gegen Manipulationen weitgehend sichere Wasserzeichen der Software H2O4M

Je größer und unübersichtlicher das Internet wird, desto wichtiger sind digitale Wasserzeichen in Bild-, Ton- und Videodateien. Dazu werden ähnlich wie bei Geldscheinen oberflächlich unsichtbare (oder unhörbare) Informationen eingearbeitet, die Fälschern das Leben schwer machen sollen und ehrlichen, zahlenden Mitmenschen garantieren, dass sie ein Original besitzen. Noch mehr sind Unternehmen der Medienbranche daran interessiert, ihr elektronisches Eigentum zu schützen und nur an ihre Kunden weiterzugeben. Wird dennoch an Daten manipuliert, sollte das Wasserzeichen dies überstehen, damit der Urheber weiterhin identifiziert werden kann.

Doch genau an dieser Robustheit mangelt es den vielen und unsicheren Verfahren. Ein Schutz von kombinierten Bild- und Tondateien wie in Videos ist so gut wie nicht erforscht. Diesen Mängeln wollen zwei Projekte abhelfen, die auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vom 25. August bis 2. September präsentiert werden: »Wasserzeichen für Medien, H2O4M« des neuen Fraunhofer-Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI und »Transaktionswasserzeichen für Data-On-Demand Systeme, TransMark«, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Bereich Angewandte Elektronik IIS-A bearbeitet wird.

»Werden Daten komprimiert oder kodiert, so sind sie streng genommen bereits manipuliert«, betont Dr. Jana Dittmann, Projektleiterin am IPSI. »Genau diese Datenreduktion ist in Formaten wie JPEG, MP3, AAC und MPEG-Video jedoch etabliert und unumgänglich, um die Ladezeiten zu verkürzen. Daher entwickeln wir Verfahren, die Transaktionswasserzeichen direkt in den komprimierten Datenstrom einbetten und Manipulationen aufdecken kann.« Alle möglichen Informationen wie Transaktionsnummern, Zugangsdaten der Kunden oder das Datum lassen sich so mit einem automatischen Editor-Programm in den Dateien dauerhaft unterbringen. Doch gibt es weitergehende Probleme, wie der Elektrotechniker Christian Neubauer vom IIS erläutert: »Stellen Sie sich vor, mehrere Hacker verabreden sich, eine Datei gleichzeitig herunterzuladen und die Daten zu kombinieren. Nach einer solchen Koalitionsattacke lassen sich traditionelle Wasserzeichen nicht mehr korrekt wiedergewinnen. Eine Identifikation der einzelnen Empfänger ist dann nicht mehr möglich.« Doch daran arbeiten die Fraunhofer-Forscher ebenso wie am Key Management. Hierbei werden aus einem Satz elektronischer Schlüssel immer wieder neue vergeben, um Hackern und Datenpiraten das Handwerk zu erschweren.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Jana Dittmann Mediendienst

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroschwimmer lernen effizientes Schwimmen von Luftblasen

Forscher am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation zeigen, dass das Geheimnis des optimalen Mikroschwimmens in der Natur liegt: Ein effizienter Mikroschwimmer kann seine Schwimmtechniken von einem unerwarteten Mentor erlernen: einer…

Neue antimikrobielle Polymere als Alternative zu Antibiotika

Neue Emmy Noether-Gruppe der Universität Potsdam forscht gemeinsam mit Fraunhofer IAP Am 1. Januar 2021 nahm die neue Emmy Noether-Gruppe »Antimikrobielle Polymere der nächsten Generation« an der Universität Potsdam in…

Besser gebündelt: Neues Prinzip zur Erzeugung von Röntgenstrahlung

Göttinger Physiker entwickeln Methode, bei der Strahlen durch „Sandwichstruktur“ simultan erzeugt und geleitet werden. Röntgenstrahlung ist meist ungerichtet und schwer zu leiten. Röntgenphysiker der Universität Göttingen haben eine neue Methode…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen