Riesen-Chance für die Wirtschaft – Ambient-Intelligence hat hohes Entwicklungspotenzial

Wenn Hausgeräte miteinander kommunizieren, Kaufhauskunden bargeldlos und automatisiert bezahlen oder Fahrgäste sich via Handy und Internet ihr Ticket kaufen, sprechen Experten von „Ambient Intelligence“. Diese Hochtechnologie ist der nächste logische Schritt in der Evolution der digitalen Informations- und Kommunikationswelt. Darauf weist Dr. Ursula Baumeister hin, Geschäftsführerin der auf den Weiterbildungsbedarf von technischen Fach- und Führungskräften spezialisierten Verbund IQ gGmbH.

„Ambient Intelligence“ (AmI) meint das intelligente Umfeld des Menschen für das Leben in der Zukunft. Eine Umgebung, die sensitiv und adaptiv auf die Anwesenheit von Menschen und Objekten reagiert und dabei dem Menschen vielfältige Dienste leistet.

Ein Beispiel für den privaten – sportlichen – Bereich ist „Wearable Computing“, also Kleidung, die fühlt und denkt: Das Bedürfnis nach ortsungebundener, jederzeit verfügbarer Information und Kommunikation wird durch die heutigen Technologien nicht abgedeckt. Mit Hilfe von AmI wird die Vision eines anziehbaren (wearable) Kommunikationscomputers greifbar, der kontinuierlich weiß, wo und in welcher Situation man sich befindet (in Extremsituationen zum Beispiel beim Bergsteigen), und der versucht, aktuell notwendige Informationen und Auskünfte aus dem Umfeld und dem Internet zusammenzutragen, mit dem über Sprache, Gestik, eingenähte Tastaturen und Brillendisplay kommuniziert wird.

Technologische Basis von AmI ist ein Netzwerk nahezu unsichtbarer, miteinander vernetzter, rechnender Knoten, die über verschiedene Sensoren Informationen sammeln, diese verarbeiten und über Aktuatoren auf die Umgebung einwirken. Nach Meinung von Experten wird Ambient Intelligence bedeutende Auswirkungen auf unsere zukünftige Lebens- und Arbeitsqualität haben und dabei Behaglichkeit sowie ein sicheres Umfeld für den Menschen schaffen. Grundforderung an die Anwendung ist deren leichte Bedienbarkeit.

Mit Ambient Intelligence entstehen neue ökonomische Chancen für Wirtschaft und Beschäftigung. Das Entwicklungspotenzial von AmI soll dem der Mobilfunkbranche mit einem weltweiten Jahresumsatz von über 500 Milliarden Euro nicht nachstehen. Das sieht auch die Europäische Kommission (EU) so. Zur Förderung strategischer Forschung wie angewandter Entwicklung hat die EU in ihrem 6. Rahmenprogramm insgesamt 3,63 Milliarden Euro für den Bereich „Information Society Technology“ (IST) eingeplant, zu dem auch AmI gehört.

In der IT bedeutet AmI eine Herausforderung an die Ingenieure in der Prozessgestaltung der Produktion. Denn AmI steht auch für eine Weiterentwicklung in der Produktion von der heute üblichen variantenreichen, technologiezentrierten Massenfertigung hin zu einer kundenindividuellen, mitarbeiterzentrierten Maßfertigung. Neue Automatisierungslösungen, die in Abhängigkeit von Informationsverfügbarkeit, Komplexität und Situation dynamisch konfigurierbar sind, werden künftig für die Produktion ebenso erforderlich sein, wie Konzepte zur Bewältigung der anfallenden Kommunikations- und Regelungsaufgaben über weit verteilte Netzwerke.

In der Dienstleistung ist AmI geeignet, das Arbeitsumfeld des Menschen so adaptiv und angenehm wie möglich zu gestalteten. Eine Vielzahl von elektronischen, optischen und audiographischen Hilfsmitteln wird die Arbeit möglichst passend auf die Person auslegen, so dass nicht die Maschine den Takt angibt, sondern das Individuum. Der Mensch ist überall dort präsent, wo flexibles Arbeiten oder flexible Entscheidungen im Vordergrund stehen. Die Technik assistiert dem Menschen im AmI-Umfeld.

Beispiel: Die Ausrüstung eines künftigen Elektromonteurs bei der Anschlussverdrahtung von Schaltschrank und Vorortverteiler besteht mit AmI unter anderem aus Schutzhelm mit integrierter Farbkamera, integriertem Mikrofon, Lautsprecher sowie automatisch gesteuertem Laserpointer. Mit Hilfe von AmI wird der Service-Techniker bei der Wartung von komplexen Systemen geleitet. Das technische System übernimmt Assistenzfunktionen.

Die Verbund IQ gGmbH und die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürn-berg laden am 25. November – unterstützt vom VDI – zum ersten Bayerischen Symposium Ambient Intelligence ein. Dort berichten hochkarätige Referenten wie zum Beispiel Reinhold Achatz (Vice President Corporate Technology, Siemens), Prof. Dr. Heinz Gerhäuser (Leiter Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS) oder Dr. Ralf Guido Herrtwich (Leiter Telematic und E-Business, DaimlerChrysler) von möglichen Anwendungen und Produkten.

Weitere Informationen gibt es direkt bei Verbund-IQ. Kontakt: Dr. Ursula Baumeister, Telefon 0911 / 424599-0; Fax -50; Mail: info@verbund-iq.de.

Ansprechpartner für Medien

Diplom-Sozialwirt Marc Briele idw

Weitere Informationen:

http://www.verbund-iq.de

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