IST-Projekt zur Nutzung von "Augmented Reality" für Wartungsarbeiten in der Industrie

Augmented Reality“ mag wie ein futuristisches Konzept klingen. Für Techniker, die komplexe Reparaturen oder Wartungsarbeiten an industriellen Anlagen durchführen, bietet die Verfügbarkeit computerbasierter Informationen im persönlichen Sichtfeld während der Arbeit jedoch erhebliche Vorteile.

Über eine „Datenbrille“ werden bei der Arbeit an einer Maschine kontextabhängig digitale Informationen in das Sichtfeld des Monteurs eingeblendet, so beispielsweise die einzelnen durchzuführenden Reparaturschritte.

Bei den derzeit vorhandenen Beispielen für den Einsatz dieser Technologie sind jedoch sperrige Hardwarekomponenten erforderlich, was die Nutzbarkeit deutlich einschränkt. In dem Versuch, eine wahrhaft mobile Lösung zu entwickeln, hat die Kommission nun ein spezifisches Forschungsprojekt namens ULTRA (ultra portable augmented reality for industrial maintenance applications) unter dem Themenbereich Technologien der Informationsgesellschaft (IST) des Sechsten Forschungsrahmenprogramms (RP6) ins Leben gerufen.

Die zentrale Zielsetzung des ULTRA-Projekts besteht darin, Augemented-Reality-Lösungen auf leichten mobilen Geräten nutzbar zu machen, z.B. Personal Digital Assistants (PDAs), Mobiltelefonen und anderen Handgeräten. Das Projektkonsortium, das sich aus drei europäischen Unternehmen und einem Forschungsinstitut aus Singapur zusammensetzt, muss bestimmte technische, ergonomische und wirtschaftliche Herausforderungen meistern, um das anvisierte Ziel zu erreichen.

Projektkoordinator Didier Stricker vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung erklärte: „Der Markt für 3D-Graphiken für Handgeräte, z.B. Pocket-PCs oder Mobiltelefone, ist im Kommen. Diese Geräte eignen sich perfekt für mobile Augmented Reality-Anwendungen. Sie sind sehr leicht, die Menschen sind mit ihrer Bedienung vertraut und sie umfassen alle erforderlichen Funktionen einschließlich Kamera und Telefonverbindung.“

Man hofft, dass als Ergebnis des über 30 Monate angelegten Projekts ein kompaktes Computersystem entwickelt wird, einschließlich der geeigneten Software für Authoring, Ablaufsteuerung, Kontextmanagement, Telekonsultation und Augmented Reality. „Es ist wichtig, den gesamten Prozess zu betrachten. Alles beginnt mit der Erzeugung der digitalen Daten. Aus diesem Grund sind Authoring und Datenverwaltung im ULTRA-Projekt ebenso bedeutsam wie das Runtime-System“, fügte Dr. Stricker hinzu.

Das Projekt soll europäische Fördermittel in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro erhalten und bis Anfang 2006 laufen. Der offizielle Startschuss für das ULTRA-Projekt fällt am 16. und 17. September bei einer Veranstaltung in Darmstadt, Deutschland.

Ansprechpartner für Medien

cn

Weitere Informationen:

http://www.ist-ultra.org

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