Dortmunder Sandwich-Platine beschleunigt Computer

Das "Schlaganfall-Info-Mobil" ist von Mai bis August 2001 in 40 deutschen Städten unterwegs. Die medizinischen Untersuchungsgeräte an Bord ermöglichen es dem beratenden Arzt, innerhalb von zehn Minuten das persönliche Schlaganfallrisiko zu ermitteln. Foto: Bayer AG


Die Rechenleistung von Computern kann zukünftig durch eine neuartige Platine, die an der Universität Dortmund entwickelt wurde, erhöht werden. Während Daten auf herkömmlichen Platinen ausschließlich elektrisch übertragen werden, sorgen jetzt zusätzlich optische Wellenleiter für eine enorme Erhöhung der Leistungsfähigkeit. Erreicht wird dies, indem die Platinen schichtweise aufgebaut werden. Das Arbeitsgebiet Mikrostrukturtechnik um Prof. Neyer präsentiert dieses und andere zukunftsweisende Ergebnisse zurzeit auf der Hannovermesse am Stand des "Forschungsland NRW" (Halle 18, 1.OG, Stand M12).

In den verschiedenen Schichten der neuen Dortmunder Platinen werden die Daten entweder mit konventionellen elektrischen oder Lichtimpulsen übermittelt. Optische und elektrische Datenübertragung sind so in der neu entwickelten Platine vereint. Hochleistungscomputer in Wetterforschung, Flugsicherung und Internetknoten erlangen mit diesem "Sandwich" eine wesentlich höhere Rechengeschwindigkeit.
Zudem vermindert sich die Störanfälligkeit dieser Systeme.
Schwerpunkt des Arbeitsgebietes Mikrostrukturtechnik an der Universität Dortmund ist die Herstellung von kleinsten Strukturen in Kunststoffen. Eingesetzt werden diese Mikrostrukturen – wie beschrieben – als Lichtwellenleiter zur optischen Datenübertragung oder auch als Flüssigkeitsleiter zur hochempfindlichen Analyse in Medizin und Umwelttechnik.

Diese checkkartengroßen Plastikchips sind von feinsten Kanälen durchzogen, die mit zu untersuchenden Flüssigkeiten gefüllt werden. Über feine Metallbahnen, sogenannte Mikroelektroden, werden elektrische Spannungen an die Kanäle angelegt. Die Trennung und Analyse der verschiedenen, in der Flüssigkeit enthaltenen Stoffe geschieht dann durch den Effekt der Kapillarelektrophorese (CE). Eine mögliche Anwendung ist der empfindliche Nachweis von Schadstoffen in Nahrungsmitteln.

Nähere Information:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Neyer Tel.: 0231-755-3728
Fax.: 0231-755-3729,
E-Mail: neyer@mikrostrukturtechnik.de
Internet: www.mikrostrukturtechnik.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Media Contact

 Klaus Commer idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Neue Erkenntnisse über Rolle von Botenstoff Interleukin-17 (IL-17)

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz belegen Zusammenhang von Autoimmunerkrankungen und Darmmikrobiom. Der Botenstoff Interleukin-17 (IL-17) ist nicht direkt an der Entstehung einer Multiplen Sklerose (MS) im Zentralnervensystem (ZNS) beteiligt. Allerdings wirkt…

Corona-Pandemie: Trendwende durch Trennwände

Ein neues Physikkonkret der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) beleuchtet die Schutzwirkung von Trennscheiben. Die Covid-19-Pandemie wird uns noch lange in Atem halten. Schutzscheiben können das direkte Infektionsrisiko mit Coronaviren in…

Messen nach Farben

(Fast) Jeder kennt den pH-Wert als Maß für den Säuregehalt, etwa im Boden oder in Gesichtscremes oder in Cola. Prof. Dr. Andrea Springer vom Bocholter Studienbereich Bionik hat jetzt gemeinsam…

Partner & Förderer