Burnout-Prävention: Einzelbehandlung ist Symptomkosmetik

Ziel der Gruppe ist eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Burnout im systemischen Kontext, die Reflexion des eigenen (auch beraterischen) Handelns und der Aufbau von Kooperationen mit interessierten Einzelpersonen und Organisationen.

„Über Burnout lesen wir täglich in den Medien. Das Phänomen wird aber zumeist als Folge individueller Hochleistungen oder als individuelles Scheitern beschrieben. Das ist zu kurz gedacht“, erklärt Carsten Hennig, systemischer Coach und Berater in Frankfurt und Leiter der Fachgruppe.

Chronische Überforderung entsteht laut Hennig nicht allein auf der Ebene des Individuums, sondern kann als organisational und sozial induziertes Phänomen begriffen werden – als Risiko und Nebenwirkung der weltweit vernetzten Organisationen des 21. Jahrhunderts. Der Einzelne – das gilt auch für den einzelnen Berater – kann der Wirkmacht, die Burnout-produzierende Systeme entfalten, nur schwer etwas entgegensetzen. Folge sind Gefühle wie Ratlosigkeit, Ohnmacht und Entmutigung.

Um hier Abhilfe zu schaffen, wird zumeist auf der individuellen Ebene angesetzt. „Doch Einzelbehandlung ist Symptomkosmetik“, erklärt Hennig. „Wir müssen ein deutliches Gegengewicht auf der organisationalen und gesellschaftlichen Ebene setzen, und das geht nur durch gemeinschaftliches Handeln.“ Hier sei die Verbandsarbeit der DGSF als klare Ressource für qualifizierte Fachdiskussionen und den Aufbau von fruchtbaren Kooperationen zu sehen, um den Fokus auf den systemischen Kontext zu lenken – insbesondere mit dem Ziel, Beratung tatsächlich wirksam zu machen, Betroffene zu entlasten, das allgemeine Bewusstsein für die Zusammenhänge zu stärken und um dem Phänomen Burnout bereits vorbeugend – z.B. durch Implementierung von menschengerechten Arbeitsformen – zu begegnen.

Die Mitarbeit in der Fachgruppe „Humane Arbeit und Burnout-Prävention“ steht allen Interessierten offen, eine DGSF-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. Ansprechpartner: Carsten Hennig. Kontakt: mail@carsten-hennig.com.

verantwortlich:
Bernhard Schorn, DGSF
Jakordenstraße 23, 50668 Köln
Fon (0221) 61 31 33 | Fax (0221) 9 77 21 94
E-Mail: schorn@dgsf.org

Media Contact

Bernhard Schorn idw

Weitere Informationen:

http://www.dgsf.org

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften

Der neueste Stand empirischer und theoretischer Erkenntnisse über Struktur und Funktion sozialer Verflechtungen von Institutionen und Systemen als auch deren Wechselwirkung mit den Verhaltensprozessen einzelner Individuen.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Demografische Entwicklung, Familie und Beruf, Altersforschung, Konfliktforschung, Generationsstudien und kriminologische Forschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Eine der weltgrößten Datenbanken zur Ganganalyse

Die vor kurzem veröffentlichte Gutenberg Gang-Datenbank ist die weltweit größte Sammlung von Ganganalysen gesunder Proband*innen Sie bietet Vergleichsdaten für die Diagnose und Behandlung von Gangstörungen. Erstellt haben die Datenbank die…

In nur wenigen Minuten Zellstrukturen dreidimensional abbilden

Heidelberger Wissenschaftler arbeiten an einem schnellen Verfahren der 3D-Zellbildgebung. Virale Erreger wie das Coronavirus SARS-CoV-2 verändern die innere Struktur der Zellen, die sie befallen. Diese Veränderungen finden auf Ebene der…

Projekt ALBATROS: Aluminium-Ionen-Batterien als alternative Speichertechnologie

… für stationäre Anwendungen. Im Projekt ALBATROS entwickelt ein Konsortium aus Forschung und Industrie die Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) weiter. Dabei stehen die Abläufe in der Batteriezelle und an den Grenzflächen zwischen…

Partner & Förderer