Depression senkt Immunabwehr

57 Prozent der älteren Bevölkerungsgruppe leiden an chronischem Stimmungstief

Studien von Forschern der John Hopkins School of Medicine und dem Ohio State University College of Medicine sind zu dem Schluss gekommen, dass 15 bis 57 Prozent der älteren Menschen unter chronischer Depression leiden. Das könnte ihre Immunabwehr gefährden. Die Studie wurde vom American Psychological Association (APA) durchgeführt. Dabei wurden 78 Personen mit einem Durchschnittsalter von 72,5 Jahren über einen Zeitraum von 18 Monaten untersucht.

Unter den 78 Probanden waren 22 chronisch depressive Personen und 56 ohne depressive Anzeichen. Die unter Depression leidenden Personen zeigten die Symptome zu Beginn der Studie, und 18 Monate später. Untersucht wurde die Fähigkeit, genügend weiße Blutkörperchen zu bilden um gegen Infektionen anzukämpfen. Im Rahmen der Studie hat sich gezeigt, dass jene Personen, die an chronischer Depression leiden, weniger T-Lymphozyten als Immunantwort auf zwei Mitogene bilden. Je älter die Person, desto schwächer reagierte das Immunsystem.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass depressive Symptome die natürliche Abschwächung des Immunsystems im Alter noch verstärken“, meinte Lynanne McGuire von der John Hopkins School of Medicine. „Das könnte eine erhöhte Infektionsgefahr und ein steigendes Krebsrisiko bewirken. Dabei ist aber nicht die Stärke des Depressionsgrades der ausschlaggebende Faktor, sondern die Länge der Depression.“ so McGuire weiter. Als häufige Ursache für depressive Haltungen wird ein fehlendes soziales Umfeld genannt. Eine frühe Diagnose und die Behandlung bereits milder Depressionsformen könnten die Gesundheit im Alter verbessern. Die komplette Studie wird ab 25. Februar auf der Homepage der größten Organisation für Psychologen in den USA, der American Psychology Association, unter veröffentlicht.

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Ulrike Unterberger pte.online

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