Untersuchung regionaler Klimaveränderungen in Deutschland

Gemeinsame Pressemitteilung von Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Climate Service Center 2.0, Deutsches Klimarechenzentrum, Deutscher Wetterdienst, Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Universität Hohenheim

Ziel des gemeinsamen Projektes ReKliEs-De ist es, Bandbreiten und Extremwerte aus den Ergebnissen hochaufgelöster regionaler Klimaprojektionen für Deutschland zu ermitteln und diese für die Klimafolgenforschung und die Politikberatung aufzubereiten. Auf dieser Basis können detailliertere Untersuchungen z.B. zu Veränderungen im Auftreten von Starkniederschlag, Trockenheit oder großer Hitze durchgeführt werden. Durch das neue Projekt werden mögliche Bandbreiten und extreme Ausprägungen dieser Wetterereignisse für die Zukunft besser einschätzbar. Die Aussagen sind belastbarer und dadurch besser nutzbar in der Politikberatung und der Klimafolgenforschung.

An dem Projekt ReKliEs-De sind die folgenden Partner beteiligt:

Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Projektkoordination)

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Climate Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht

Deutsches Klimarechenzentrum

Deutscher Wetterdienst

Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Universität Hohenheim

Gemeinsam mit den Partnern bilden Wissenschaftler des Lehrstuhls Umweltmeteorologie von Prof. Dr. Eberhard Schaller unter der Projektleitung von Dr. Klaus Keuler mit Hilfe neuester Technologien das Klima in Europa über einen Zeitraum von 150 Jahren nach.

In unterschiedlichen Szenarien wird Tag für Tag die Zusammensetzung der Atmosphäre simuliert, um künftig auf den Ergebnissen des Projekts aufbauend Klimafolgen untersuchen und erforderliche Anpassungsmaßnahmen einleiten zu können.

ReKliEs-De ist auf Initiative der Bundesländer entstanden und wird von diesen inhaltlich begleitet.

Zu der Projektbegleitgruppe gehören VertreterInnen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie als Koordinationsstelle sowie des Umweltbundesamtes und des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg als Vertreter der Bund-Länder-Fachgespräche „Klimafolgen und Anpassung“ und „Interpretation regionaler Klimamodelldaten“. Zusätzlich sind der Deutsche Wetterdienst und das Climate Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in der Projektbegleitgruppe vertreten. Diese Gruppe berät die Projektpartner aus Nutzersicht und unterstützt die Projektausrichtung und -umsetzung sowie die Abstimmung zwischen den Projektpartnern.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 3 Mio € gefördert. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre.

Hintergrund
Im September 2013 erschien der erste Teil des 5. Sachstandsberichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel – Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Am 31. Oktober 2014 wurde der abschließende Synthesebericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin wurden neue sozio-ökonomische Szenarien definiert, die im Unterschied zu den bisher verwendeten besser mit den aktuellen Emissionsdaten für Treibhausgase und Luftpartikel übereinstimmen und in denen gezielte Klimaschutzmaßnahmen abgebildet werden können. Die neuen Szenarien sind durch repräsentative Pfade der Entwicklung der Treibhausgaskonzentrationen gekennzeichnet – sogenannte „Representative Concentration Pathways“ (RCPs). Eine Reihe globaler Ergebnisse für die neuen Szenarien liegt bereits vor. Höher aufgelöste regionale Klimaprojektionen werden dagegen derzeit für ausgewählte Regionen z.B. im Rahmen der Initiative EURO-CORDEX durchgeführt. Diese werden durch das Projekt ReKliEs-De um zusätzliche statistische und dynamische Modellsimulationen sinnvoll ergänzt. Ein Teilziel des Projektes ReKliEs-De ist der Vergleich der neuen Ergebnisse mit den bisher verwendeten Klimaprojektionen um die bisherigen Ansätze zur Abschätzung künftiger Gefahren durch den Klimawandel in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse einzuordnen.

Für die Nutzung in der Klimafolgenforschung sowie zur Beratung von Politik und Wirtschaft ist eine möglichst belastbare Abschätzung der Bandbreite der zu erwartenden Klimaänderung erforderlich. Zusätzlich sind Kenntnisse über Extremereignisse wichtig, da diese große Schäden verursachen können. Um solche Aussagen treffen zu können, werden möglichst viele unterschiedliche Ergebnisse kombiniert. Dies ist notwendig, da verschiedene Modelle das Klima und seine zukünftige Entwicklung leicht unterschiedlich darstellen. Für die Erarbeitung und Planung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind Modellensembles mit hoher räumlicher Auflösung notwendig, da regionale spezifische Maßnahmen aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher, naturräumlicher oder klimatischer Besonderheiten den jeweils größten Nutzen bei vergleichbaren Kosten bringen können.

Der Fokus in diesem Projekt liegt auf dem Szenario mit starkem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen, das dem derzeitigen Verlauf der Emissionen näherungsweise entspricht. Die Ergebnisse dienen der Präzisierung von erforderlichen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Deutschland. Zusätzlich werden Simulationen für ein Szenario durchgeführt, das auf die Einhaltung des ZweiGrad-Zieles ausgelegt ist. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den erwartbaren Klimafolgen bei der Weiterentwicklung der Emissionen wie bisher erlaubt eine Abschätzung von vermeidbaren Klimafolgen in den deutschen Bundesländern bei Einhaltung des Zwei-Grad-Zieles.

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Iris Mrosk idw - Informationsdienst Wissenschaft

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