Neues Forschungsprojekt an der Universität Rostock entwickelt Versuchsanlagen für den Einsatz in tiefem Wasser

(v.l.) Prof. D. Uhrlandt, Y. Haba, P. Pieterse, Prof. S. Kosleck am Drucktank. Hier werden Wassertiefen bis zu 6.000 m simuliert und das System auf die Tiefseeanforderungen hin getestet. (Foto: Universität Rostock/Julia Tetzke)

An dem interdisziplinären Projekt sind von der Universität Rostock zwei Lehrstühle, die Meerestechnik mit Professor Sascha Kosleck sowie die Hochspannungs- und Hochstromtechnik mit Professor Dirk Uhrlandt Projekt, beteiligt. Kooperationspartner sind zudem die Hochschule RheinMain in Rüsselsheim sowie die Firmen FORMLED GmbH Karlsruhe und HVP High Voltage Products GmbH Martinsried.

Gemeinsames Projektziel ist die Entwicklung einer Versuchsanlage für den Einsatz in bis zu 6.000 Meter Wassertiefe bzw. bei einem Druck von bis zu 600 bar.

Sechs neue Projektstellen für Nachwuchswissenschaftler wurden dazu an der Universität Rostock geschaffen. Yvonne Haba, die an der Universität Rostock ein Elektrotechnikstudium absolviert hat, ist eine von ihnen. Die Mutter einer Tochter packt gerade ihre Koffer für eine Reise in die USA.

An der Arizona State University wird sie drei Wochen experimentell arbeiten und das Alterungsverhalten von Silikonen untersuchen, die zum Schutz der eingebetteten elektrischen Systeme verwendet werden.

Ihre dann frisch erworbenen Erkenntnisse werden in das neue Projekt einfließen. Analog ist im Hochspannungssektor Petrus Pieterse aus Südafrika, Vater von drei Söhnen, für die Messung der Teilentladungsphänomene in den eingebetteten Systemen unter Wasser verantwortlich. Damit werden interdisziplinär die Gebiete des Maschinenbaus und die Elektrotechnik verbunden.

Für das Erschließen der Tiefsee werden neue maritime Technologien notwendig, die einen erheblichen Energieeinsatz erfordern und durch völlig neue Lösungsmöglichkeiten zustande kommen sollen. „Das ist richtig spannend und noch eine grüne Wiese für Forscher“, sagt Yvonne Haba, die um die Herausforderung für die Wissenschaft weiß. Es geht darum, die physikalischen Mechanismen zu verstehen.

Der Unterwasser-Einsatz von Technologien, wie beispielsweise ferngesteuerten Fahrzeugen (ROVs = Remotely Operated Vehicles) oder autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs = Autonomous Underwater Vehicles), benötige hohe Leistungen, die effizient nur mit Hochspannung bereitgestellt werden können. Für diese hohen Spannungen in extremer Meerestiefe bei entsprechend großem Druck ist die Entwicklung neuer Festkörper-Energiesystemlösungen sowie neuer Isolations- und Verbindungssysteme notwendig – denn Salzwasser ist bekanntlich leitend.

Yvonne Haba
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Tel.: +49 381 498-9242
yvonne.haba@uni-rostock.de
http://www.lmt.uni-rostock.de

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Sissy Gudat Universität Rostock

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