Die Krater der Erde

Physical map of the Serra da Cangalha, Brazil, impact structure, produced using the TanDEM-X mission digital elevation model.
Illustration: Gottwald, Kenkmann, Reimold: Terrestrial Impact Structures, The TanDEM-X Atlas, Verlag Dr. Friedrich Pfeil

Ein zweibändiger Atlas präsentiert und erklärt die weltweiten Einschlagsstellen von Meteoriten und Asteroiden

Der Geologe Prof. Dr. Thomas Kenkmann vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg hat zusammen mit dem Mineralogen Prof. Dr. Wolf Uwe Reimold von der Universität Brasilia/Brasilien und Dr. Manfred Gottwald vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen zweibändigen Atlas herausgegeben, der für jeden Kontinent einen Überblick über sämtliche bekannten Einschlagkrater darstellt.

Die Forscher präsentieren die mehr als 200 Einschlagstrukturen in hochaufgelösten topografischen Karten und Satellitenbildern, ergänzt durch detaillierte geologische Beschreibungen und Aufnahmen der Kraterstrukturen und ihrer Gesteine, um die Grundlagen des jeweiligen Einschlagsprozesses zu vermitteln.

Die Einschläge von Asteroiden, bei denen sich die Krater bilden, sind seit jeher ein fundamentaler Prozess im Sonnensystem gewesen, erklärt Kenkmann. Als die Planeten und ihre Monde entstanden, spielten solche Einschläge auf ihren Oberflächen eine zentrale Rolle. Auch später beeinflussten sie die Entwicklung der Planeten. Und größere Einschläge von Meteoriten wirkten sich auf der Erde schließlich auf die Entwicklung des dortigen Lebens aus.

Die Kartierung dessen, was von den Einschlägen heute noch auf der Erdoberfläche zu sehen ist, kann von Satelliten aus erdnahen Umlaufbahnen vorgenommen werden. In den Jahren 2010 bis 2016 gelang es dem DLR, die Erdoberfläche mit den Radarsatelliten der TanDEM-X-Mission zu vermessen.

Aus diesen Daten entstand zum ersten Mal ein weltweites Geländemodell mit einer Höhengenauigkeit von bis zu einem Meter. Auf der Basis dieses globalen digitalen Höhenmodells konnten die Autoren Gottwald, Kenkmann und Reimold einen vollständigen, über 600 Seiten umfassenden topografischen Atlas aller heute bekannten terrestrischen Einschlagkrater erstellen.

Originalpublikation:
Gottwald, M., Kenkmann, T., Reimold, W. U. (2020): Terrestrial Impact Structures. The TanDEM-X Atlas. Part 1 and 2. München.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Kenkmann
Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6495
thomas.kenkmann@geologie.uni-freiburg.de

Originalpublikation:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2020/die-krater-der-erde?set_language=de

Media Contact

Nicolas Scherger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ordnung im Chaos finden

Wissenschaftler:innen klären die Struktur von glasbildenden Proteinen in Schwämmen auf. Schwämme gehören zu den ältesten Tierarten der Erde, die in vielen verschiedenen Gewässern leben, von Seen bis hin zu tiefen…

Tierversuchsfreie Methode sagt Toxizität von Nanopartikeln für sicherere industrielle Materialien voraus

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben gemeinsam mit einer europäischen Forschungsgruppe eine neue tierversuchsfreie Methode entwickelt, um den toxischen Effekt von Nanopartikeln in der menschlichen Lunge vorauszusagen. Ziel…

Wege zur passgenauen Medikamentenproduktion

Team unter Göttinger Leitung entwickelt alternative Peptid-Modifizierung. Die Modifizierung von Peptiden ist von großem Wert insbesondere für die Entwicklung von Wirkstoffen und Medikamenten. Bisherige Erfolge durch die Aktivierung reaktionsträger Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close