Wirbelstürme treten periodisch auf

US-Forscher untersucht historische Aufzeichnungen in China

Taifune treten im 50-Jahr-Rhythmus auf. Zu dieser Entdeckung ist der amerikanische Wissenschaftler Kam-biu Liu von der Louisiana State University in Baton Rouge gekommen. Der Forscher hat Aufzeichnungen in den Archiven von Hong Kong und Peking untersucht und dabei die vergangenen 1.100 Jahre unter die Lupe genommen. Ergebnis seiner Forschungsarbeit war die Feststellung, dass die Südost-Küste Chinas ziemlich regelmäßig von den Wirbelstürmen heimgesucht werden.

Die Chinesen haben in den vergangenen 3.000 Jahren ziemlich genaue Aufzeichnungen über die Wettersituation geführt. Dies sei bereits unter den frühen kaiserlichen Dynastien geschehen, berichtet der Wissenschaftler, der ein Spezialist auf dem Gebiet der Wirbelsturm-Forschung ist. Im Vergleich dazu gebe es in den USA nur Aufzeichnungen über die vergangenen 300 Jahre. Der Forschungsansatz von Liu ist neu, da sich die Forscher bisher nur auf Sedimentproben verlassen konnten. Diese liefern aber nur Ergebnisse von vor maximal 200 Jahren.

Die ersten Untersuchungen brachten erstaunliche Tatsachen ans Tageslicht: in den kältesten und trockensten Jahren gab es die schwersten Taifune. Das steht im Widerspruch zu den bisherigen Theorien, wonach trockenes Wetter und niedrige Temperaturen im pazifischen Oberflächenwasser die Stürme eigentlich abschwächen müssten. Kam-biu Liu geht jedoch davon aus, dass sich die Taifune lediglich nach Süden verlagert hätten. Die chinesische Regierung erhofft sich zudem von den Forschungsergebnissen eine bessere Vorhersehbarkeit von Wirbelstürmen. Die Region von Guandong ist eine der am schnellsten wachsenden Regionen Chinas. In den vergangenen 50 Jahren gab es knapp 160 Stürme, mehr als 30 entwickelten sich zu Taifunen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer pro Stunde. Eine bessere Vorab-Prognose könnte Menschenleben retten und wirtschaftliche Verluste vermindern.

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