Erste GPS-Bojen für Indonesien auf den Weg gebracht

Bulmahn: „Aufbau des Tsunamifrühwarnsystems geht zügig voran“

Spitzentechnologie aus Deutschland steht für den Export nach Indonesien bereit. „Der Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean geht zügig voran“, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn am Donnerstag in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem indonesischen Kollegen Kusmayanto Kadiman hat die Ministerin die ersten GPS-Messbojen und Drucksensoren zur Fahrt nach Indonesien verabschiedet. Noch im Oktober sollen die Bojen vom deutschen Forschungsschiff SONNE vor der indonesischen Küste ausgesetzt werden. „Das schnelle Handeln Deutschlands bringt den Menschen in Indonesien viel Hoffnung und Zuversicht“, sagte Bulmahn. Deutschland habe eine weltweit herausragende Georisiko-Forschung, weshalb es so schnell auf die verheerende Katastrophe vom 26. Dezember reagieren konnte, so die Ministerin.

Bulmahn wies darauf hin, dass Deutschland mit seinen wissenschaftlich-technischen Kapazitäten führender Partner beim Aufbau des Frühwarnsystems sei. „Der Vorteil des deutschen Konzeptes ist, dass es Daten in Echtzeit liefert und damit schnellstmögliche Vorwarnzeit sichert.“ Gleichzeitig sei es für Beobachtungsnetze weiterer Länder offen. Kernstück des Systems seien die mit GPS ausgestatteten Mess-Bojen und die Ozeanboden-Drucksensoren. Diese liefern verlässliche Informationen über die Meeresspiegelhöhe, die sie online an die Satelliten weitergeben, so Bulmahn.

Die Bundesregierung stellt im Rahmen ihrer Wiederaufbauhilfe in der betroffenen Region 45 Millionen Euro für den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems bereit. Der Aufbau erfolgt in enger Kooperation mit der UNESCO/IOC, die die Koordination eines übergreifenden Frühwarnsystems für den Indischen Ozean übernommen hat.

Unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), vertreten durch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in enger Kooperation: Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stiftung Alfred Wegener Institut für Meeres- und Polarforschung (AWI), Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und Universität der UN in Bonn (UNU).

Media Contact

BMBF - Pressereferat

Weitere Informationen:

http://www.bmbf.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hochleistungs-Metalloptiken mit Lothar-Späth-Award 2021 ausgezeichnet

Fraunhofer IOF und HENSOLDT Optronics entwickeln optisches Teleskop zur Erforschung des Jupitermondes Ganymed. Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind gemeinsam mit ihrem Partner für die Entwicklung…

Chemiker designen „molekulares Flaggenmeer“

Forschende der Universität Bonn haben eine molekulare Struktur entwickelt, die Graphit-Oberflächen mit einem Meer winziger beflaggter „Fahnenstangen“ bedecken kann. Die Eigenschaften dieser Beschichtung lassen sich vielfältig variieren. Möglicherweise lassen sich…

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

Partner & Förderer