Luft über Indischem Ozean stark verschmutzt

Neue Untersuchung zeigt schwere Belastung über unbewohnten Gebieten

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie haben eine beträchtliche Belastung der Atmosphäre über dem Indischen Ozean in den Monsunübergangszeiten nachgewiesen. Ursprung der Luftverschmutzung sind die Staaten Indien, China sowie die Länder Südostasiens und Afrikas. Den Forschern gelang es mithilfe einer Kombination von Satellitenbeobachtungen und Computermodellierung die Verschmutzung durch Stickoxide zu beweisen.

Das am stärksten betroffene Gebiet ist der Golf von Bengalen, der durch den Ausstoß von Schadstoffen aus Indien und Südostasien sowie aus China belastet wird. Aufgrund der wenigen bisher vorliegenden Langzeitbeobachtungen, die sich über alle Jahreszeiten erstrecken, ist die Kenntnis der chemischen Vorgänge in der Atmosphäre über dem Indischen Ozean nach wie vor unzureichend. Dieses Gebiet ist wegen der starken tropischen Sonneneinstrahlung, hohen Luftfeuchtigkeit und wachsenden anthropogenen Emissionen von Schadstoffen chemisch aktiv. Das Projekt „Indian Ocean Experiment“ (INDOEX) wurde während der Monsunzeit im Winter 1999 mit dem Ziel begonnen, zu erforschen wie die Luftverschmutzung die Klimaprozesse über dem tropischen Indischen Ozean beeinflusst. Die Satellitenaufnahmen zeigten eine dicke Dunstglocke, die sich über Tausende von Kilometer südlich von Indien erstreckte. Im Gegensatz zu der starken Verschmutzung in der nördlichen Hemisphäre weisen diese Messergebnisse auf eine vergleichsweise reine Luft in der südlichen Hemisphäre hin, berichtet das Max-Planck-Institut.

Die Wissenschaftler berichten nun in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ über neue Ergebnisse zur Luftverschmutzung über dem Indischen Ozean. Dazu hatten sie eine Kombination aus Satellitendaten der Jahre 1996-2000 und globale Modellrechnungen verwendet und sich auf die Verschmutzung durch Stickoxide in den Zeiträumen zwischen dem Sommer- und dem Wintermonsun, den so genannten Monsunübergangszeiten, konzentriert.

Die maritimen Stickoxide stammen hauptsächlich aus dem weitreichenden Transport kontinentaler Emissionen, von Blitzentladungen und von Schiffen. Nach den jüngsten Messergebnissen wurde deutlich, dass ausgeprägte, halbjährlich auftretende „Plumes“ der Stickoxidverschmutzung, die sich über den ganzen zentralen Indischen Ozean ausdehnen, im Westen aus Afrika und im Osten aus Südostasien (Indonesien und andere Länder) stammen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der zentrale Indische Ozean keineswegs immer so rein ist wie man es bisher während der Wintermonsunzeit beobachtet hat“, so Forschungsleiter Mark Lawrence. „Besonders interessant ist, dass der Grad der Verschmutzung während der Übergangszeiten südlich von zehn Grad südlicher Breite sogar größer ist als im nördlichen Indischen Ozean“, so der Forscher.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.deutschland

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ordnung im Chaos finden

Wissenschaftler:innen klären die Struktur von glasbildenden Proteinen in Schwämmen auf. Schwämme gehören zu den ältesten Tierarten der Erde, die in vielen verschiedenen Gewässern leben, von Seen bis hin zu tiefen…

Tierversuchsfreie Methode sagt Toxizität von Nanopartikeln für sicherere industrielle Materialien voraus

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben gemeinsam mit einer europäischen Forschungsgruppe eine neue tierversuchsfreie Methode entwickelt, um den toxischen Effekt von Nanopartikeln in der menschlichen Lunge vorauszusagen. Ziel…

Wege zur passgenauen Medikamentenproduktion

Team unter Göttinger Leitung entwickelt alternative Peptid-Modifizierung. Die Modifizierung von Peptiden ist von großem Wert insbesondere für die Entwicklung von Wirkstoffen und Medikamenten. Bisherige Erfolge durch die Aktivierung reaktionsträger Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close