Verheerende Hitzeperioden für Australien prophezeit

Seit knapp sechs Jahren leidet Australien unter einer Dürreperiode, die als schlimmste in der Geschichte gilt. Nach dem jüngsten Garnaut-Klimabericht ist das allerdings erst der Anfang, denn in Zukunft könnten Dürre und Hitze zur Tagesordnung werden. Im Klimabericht ist etwa die Rede davon, dass neben der Häufigkeit dieser Perioden auch die betroffenen Flächen bis auf das Doppelte anwachsen könnten.

Derzeit treten in Australien außergewöhnlich heiße Jahre ungefähr im Abstand von 20 bis 25 Jahren auf, berichtet die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO. In Zukunft könnten solche Hitzeperioden im Zweijahres-Rhythmus, im schlimmsten Fall sogar jedes Jahr, auftreten. Seit 1955 hat die Zahl der heißen Tage und Nächte deutlich zugenommen. Im Februar 2004 etwa lagen die Maximaltemperaturen in vielen Regionen fünf bis sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

In Adelaide konnte man sogar an 17 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von mehr als 30 Grad messen. Hier liegt der langjährige Durchschnitt solcher Tage bisher bei 14 Tagen. Im März 2008 konnten die Meteorologen in Adelaide an 15 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von 35 Grad und darüber und 13 aufeinander folgende Tage mit 37,8 Grad und darüber messen. In Melbourne verzeichneten die Meteorologen die Rekordmarke von 36,9 Grad Minimum bei den Nachttemperaturen.

Noch verheerender als die Hitze werde sich die Dürre auswirken, schreiben die Forscher. Der Temperaturanstieg um nur ein Grad Celsius bewirkt eine 15-prozentige Verringerung der Abflussrate im Murray-Darling-Basin. Das Murray-Darling-System liefert etwa 41 Prozent der gesamten australischen Landwirtschaftsgüter. Aus dem Basin, das der Fläche von Spanien und Frankreich zusammen entspricht, durfte im Vorjahr Wasser nur noch als Trinkwasser und nicht mehr zur Bewässerung verwendet werden. (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070421005 ). Vor einigen Jahren galt Australien als zweitgrößter Weizenexporteur. Seit Jahren ist die Produktion rückläufig. Im Vorjahr führte das Land nur 13 Mio. Tonnen aus.

Die Ursachen für die Trockenheit sind wie etwa im südwestlichen Westaustralien eine Kombination aus natürlicher Variabilität, der Zunahme an Treibhausgasen und der nicht nachhaltigen Landnutzung. Etwa die Hälfte der Dürrekatastrophen ist auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen, der Rest liegt in natürlichen Schwankungen wie dem El Nino und tropischen Zyklonen.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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