Australiens Sandsturm geht auf Starkregen zurück

Der starke Sandsturm, der heute, Mittwoch, die australische Stadt Sydney lahmgelegt hat, dürfte seinen Ursprung in starken Regenfällen vergangener Jahre haben. Zu diesem Schluss kommt der Klimatologe Samuel Marx von der University of Queensland gegenüber dem Wissenschaftsmagazin ABC Science.

In früheren Forschungen hat der Wissenschaftler Staubstürme bis vor 10.000 Jahren zurückverfolgt und fand dabei deutliche Zusammenhänge mit der Schwankungsbreite von Nass- und Trockenzeiten. „Ende des Vorjahres verzeichnete Zentralaustralien starke Niederschläge, die große Flutwellen auslösten. Dabei wurden große Mengen von feinem Material abgelegt, die nun ausgetrocknet und ein leichtes Spiel des Windes sind“, erklärt Marx.

Wolfram Birmili vom Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung hält es für „sehr plausibel“, dass es sich bei dem im Sturm beförderten Material um ausgewaschene und zerkleinerte Sedimente handelt. „Diese Partikel sind von unterschiedlicher Größe, befinden sich jedoch maximal im Mikrometer-Bereich, da sie sonst für den Wind zu schwer werden“, so Birmili gegenüber pressetext.

Sobald die Partikel einmal in die Luft gelangen, könnten sie sich dort auch mehrere Tage lang aufhalten und würden dabei je nach Windstärke oft auch in entfernte Regionen transportiert. „Die Schwerkraft drückt die Partikel zwar nach unten, die Reibungskraft wirkt jedoch dagegen“, erklärt Brimili. Sandstürme würden die Luft bis zu einer Höhe von drei Kilometern mit Staub füllen, bei zunehmender Windstärke und bei Meeresüberquerungen könnten es sogar bis zu acht Kilometer sein.

Wenngleich es sich beim aktuellen australischen Sandsturm um ein Ereignis handelt, das Sydney laut den Meteorologen seit 1940 nicht mehr erlebt hat, kommt es auch in anderen Gebieten rund um die großen Wüsten immer wieder zu ähnlichen Phänomenen. „Die Wüste Gobi bereitet etwa Peking häufig Zustände, die bis an die aktuellen von Sydney reichen“, so Birmili. Betroffen sind auch die Länder Zentralasiens, die arabische Halbinsel sowie die Sahara. „Saharastaub gelangt über das Mittelmeer bis nach Mitteleuropa. Dabei reist er allerdings in so großen Höhen, dass er sehr dünn verteilt wird. Mit freiem Auge kann man die Partikel daher bei uns nur wahrnehmen, wenn sie sich etwa auf Autodächern ansammeln.“

Birmilis australischer Kollege Marx schätzt das Gewicht des Staubes, der derzeit in Australien aufgewirbelt wurde, auf zwischen acht und 40 Mio. Tonnen. „Der Großteil davon wird im Ozean landen, was das Phytoplankton-Wachstum geradezu explodieren lassen wird. Das ist auch eine gute Nachricht“, so der Klimaforscher. Einen interessanten Effekt werde der Sandsturm den Schigebieten Neuseelands bescheren. Da der Großteil des hier ankommenden Staubes mit den Niederschlägen an der Westküste zur Erde kommen würde, könne man sich auf eine Rotfärbung der Pisten gefasst machen.

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Johannes Pernsteiner pressetext.deutschland

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