6 Universitäten und Institutionen gründen Plattform "Geo.X"

Am Mittwoch, den 3. März 2010 haben die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, das Museum für Naturkunde Berlin, die Universität Potsdam und das Helmholtz Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ die Koordinierungsplattform Geo.X gegründet.

Der Name Geo.X steht für den Brückenschlag von den Geowissenschaften zu weiteren Natur- und Ingenieurwissenschaften, aber auch zu geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen. Disziplinübergreifend sollen geowissenschaftliche Themen erforscht werden, die für die Zukunft der Gesellschaft von erheblicher Bedeutung sind.

Vorrangiges Ziel von Geo.X ist die Zusammenführung der geowissenschaftlichen Kompetenz in der Region Berlin-Brandenburg. Mehr als 1600 Menschen beschäftigen sich in den beteiligten Einrichtungen mit Geothemen, an den Universitäten studieren derzeit rund 3000 angehende Geowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

Die Region Berlin-Potsdam ist bereits ein weltweit anerkannter Standort für diese Fachdisziplin. Mit der Bündelung in der Plattform Geo.X soll diesem Fachwissen zusätzliche Wirkung verliehen werden. Die Geowissenschaftler der Region Berlin-Brandenburg „haben in den letzten Jahren wichtige Beiträge leisten können“, sagt Prof. Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin in einem Grußwort.

„Sie konnten sich dabei auf eine in Teilen europa- und weltweit einzigartige inhaltliche und methodische Bandbreite stützen. Ihr Erhalt, ihre zukunftsweisende Ausgestaltung und weitere Profilierung ist nicht nur Auftrag und Verpflichtung der Geowissenschaften selber, sondern auch ein wichtiges Anliegen Berliner Wissenschaftspolitik.“ Staatssekretär Martin Gorholt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung, und Kultur des Landes Brandenburg, sagte dazu: „Die Gründung der Koordinierungsplattform Geo.X ist nicht nur ein richtiger, sondern auch ein notwendiger Schritt. Denn Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes oder andere große Verbundprojekte können so leichter realisieren werden. Geo.X wird so die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Metropolenregion Berlin-Brandenburg stärken.“

Professor Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des GFZ und designierter Sprecher von Geo.X, ergänzte: „In den Geowissenschaften der Region Berlin-Potsdam ist die Zusammenarbeit von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bereits jetzt durch zahlreiche gemeinsame Berufungen etabliert. Durch die Nutzung exzellenter Infrastruktur wie Großrechner, Großgeräte und internationale Observatorien wird diese Kooperation weiter ausgebaut. Die Strukturplattform Geo.X eröffnet neue Potentiale für Forschung und Lehre zur Lösung der großen geowissenschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenknappheit. Darüber hinaus können andere Wissensgebiete aus Einrichtungen der Region interdisziplinär eingebunden werden. Damit entsteht eine europaweit einmalige Konfiguration geowissenschaftlicher Forschung mit dem Schwerpunkt „System Erde – Mensch“.

Geo.X startet mit drei Forschungsschwerpunkten: „Naturgefahren und -risiken“, „Natürliche Ressourcen und Energierohstoffe“ sowie „Menschliche Lebens- und Gestaltungsräume“. Angesichts eines Wachstums der Weltbevölkerung auf mehr als neun Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 sind dieses nicht nur aus geowissenschaftlicher Sicht die größten Herausforderungen weltweit; diese Aufgaben sind bedeutsam für die gesamte internationale Staatengemeinschaft.

Mit ihren jeweiligen wissenschaftlichen Profilen ergänzen sich die Geo.X-Partnereinrichtungen ideal. Während die Technische Universität ihre Schwerpunktforschung zur Modellierung von Geoinformationssystemen und eine Vielzahl von ingenieurwissenschaftlichen Projekten und Kooperationspartnern einbringt, wird das geowissenschaftliche Portfolio über das Museum für Naturkunde, ein Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft, um die Themen Impaktforschung und Artensterben ergänzt. Darüber hinaus bietet das Museum für Naturkunde durch seine Ausstellungen außergewöhnliche Möglichkeiten zur geowissenschaftlichen Bildungsarbeit. Die Humboldt-Universität zu Berlin trägt mit ihren Forschungsarbeiten maßgebliche Erkenntnisse zum Geoinformationsmanagement und zum Themenspektrum der physischen Geographie bei und bietet über das Zentrum für Katastrophenrecht eine starke Brücke zu den Rechtswissenschaften. Die Freie Universität Berlin und die Universität Potsdam bereichern Geo.X durch ihre grundlagen- als auch anwendungsorientiere Geoforschung. Beide Universitäten bringen darüber hinaus bereits bestehende Anbindungen an die Biologie, Mathematik und Physik ein. Das GeoForschungsZentrum umfasst als Helmholtz-Zentrum für Geoforschung alle Disziplinen der Geowissenschaften und betreibt Erdsystemforschung auf allen Raum- und Zeitskalen, es bringt insbesondere seine internationale Vernetzung ein.

Geo.X baut auf bereits bestehenden Kooperationen in Forschung und Lehre zwischen den beteiligten Forschungseinrichtungen auf. Fünf gemeinsame DFG-Forschergruppen und zwei Sonderforschungsbereiche, vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundvorhaben und über zehn Nachwuchsgruppen mit Beteiligung mehrerer Geo.X-Partner belegen dies. Auch die Anzahl von über 500 Doktorandinnen und Doktoranden, die an den jeweiligen Geo.X-Forschungseinrichtungen promovieren, spricht für sich. In den vergangenen fünf Jahren konnten mehr als 350 Millionen Euro über Drittmittel-Anträge für die geowissenschaftliche Forschung eingeworben werden.

Media Contact

Melanie Hansen idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften

Die Geowissenschaften befassen sich grundlegend mit der Erde und spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung wie die allg. Rohstoffversorgung.

Zu den Geowissenschaften gesellen sich Fächer wie Geologie, Geographie, Geoinformatik, Paläontologie, Mineralogie, Petrographie, Kristallographie, Geophysik, Geodäsie, Glaziologie, Kartographie, Photogrammetrie, Meteorologie und Seismologie, Frühwarnsysteme, Erdbebenforschung und Polarforschung.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Auf dem Weg zum Stromtransport der Zukunft

Supraleitung in Schwefelwasserstoff Supraleitende Kabel könnten Strom verlustfrei transportieren. So müsste weniger Strom erzeugt, Kosten und Treibhausgase könnten eingespart werden. Eine aufwendige Kühlung steht dem entgegen, denn bisherige Supraleiter verlieren…

Ein Bett aus Pappe

TUD-Forscher entwickeln nachhaltige Möbel für die humanitäre Hilfe. Dürren, Flucht, Seuchen: Wenn in humanitären Katstrophen Notunterkünfte oder Krankenhäuser errichtet werden, brauchen Helfer schnell eine große Anzahl von Betten. Meist kommen…

Ein Katalysator zum Ein- und Ausschalten

Elektrochemische Reaktionen, die für die Zukunft der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen sollen, lassen sich nun durch Messungen der TU Wien und des DESY im Detail erklären. Die Elektrochemie spielt…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close