Mit der Sonne auf große Fahrt – Hochschule Bochum baut neuen Sonnenwagen "BO Gran Tourismo"

Noch Vision aus dem Computer: Der BO GT im gleißenden Sonnenlicht.<br>

Der Bau des Fahrzeuges hat in diesen Tagen mit der Hilfe vieler Sponsoren begonnen. Das Design geht konsequent den nächsten Schritt auf dem Entwicklungsweg weiter, der durch die Vorgängermodelle HansGo!, SolarWorld No.1 und BOcruiser beschrieben wurde.

Vier Räder wie der BOcruiser, aber jetzt mit zwei Türen und Beifahrersitz ausgestattet, will dieser Wagen noch deutlicher zeigen, wie nahe die angehenden Bochumer Ingenieure dem Alltag und seinen praktischen Anforderungen gekommen sind. Dass ökologisch korrekter Individualverkehr nicht zwangsläufig mit einem unattraktiven Äußeren einhergeht, zeigt die Visualisierung des Tourenwagens, die von Andreas Hempel Photography mit Unterstützung der Mainworks GmbH aus den Computer-Daten der Konstruktionszeichnungen in Szene gesetzt worden ist.

Ende Juni soll der BO GT fertig sein, denn dann muss er in den Container, um rechtzeitig in Australien anzukommen. Dort startet im Oktober wieder die World Solar Challenge, die Weltmeisterschaft der Solarmobile. Seit 2001 geht hier die Hochschule Bochum als einziges deutsches Hochschulteam an den Start. 3000 Kilometer sind zu überwinden, von Darwin im Norden bis nach Adelaide im Süden des Kontinents führt die Strecke. Nur 3 Quadratmeter Hochleistungs-Solarzellen schreibt der Veranstalter für dieses Jahr in seinen Regeln vor. Knapp tausend Watt Leistung stehen zur Verfügung, wenn die Sonne optimal scheint. Energieeffizienz für alle verbauten Komponenten heißt damit das wichtigste Designkriterium. Auch wenn die Hülle eine komplette Neuentwicklung ist, kommen doch bewährte Komponenten aus den Vorgängermodellen zum Einsatz. Dazu gehören die Radnabenmotoren, das Batteriemanagement und die Telemetrie, die alle Messdaten aus dem Sonnenwagen zur Überwachung zum Begleitfahrzeug überträgt. Knapp 30 Studierende gehen im September auf die Reise, um den BO GT vor Ort perfekt auf australische Wetter- und Straßenbedingungen abzustimmen.

Ein Platz auf dem Siegertreppchen bleibt unwahrscheinlich für das Studententeam aus Deutschland. „Dafür müsste man eine fahrende Tischtennisplatte bauen“, sagt Prof. Friedbert Pautzke, vor 10 Jahren Initiator und Mentor des Projektes „SolarCar“ an der Hochschule Bochum. „Neben dem Energieverbrauch haben wir spätestens seit dem BOcruiser bei der Konstruktion immer auch den Bezug zur Alltagstauglichkeit im Sinn.“

Der studentische Teammanager Tim Skerra ist sich sicher: „Auch wenn wir nicht ganz vorne mitfahren, wird der BO GT im Fokus der Medien stehen. Dafür sorgen die große Nähe zu Serienautos, die spektakuläre Formgebung und die Art und Weise, wie das Fahrzeug gebaut und verarbeitet sein wird.“ Sowohl SolarWorld No.1 als auch der BOcruiser haben den Design Award der WSC 2007 und 2009 gewonnen. Der neue Anwärter für den Wettbewerb 2011 kommt wieder aus Bochum.

Direktkontakt:
Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit SolarCar-Team Hochschule Bochum
Stefan Spychalski
Tel.:+49 (0) 234 / 32-10740
Fax::+49 (0) 234 / 32-14299
E-Mail stefan.spychalski@hs-bochum.de

Media Contact

Detlef Bremkens idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Viele Fragen und endlich eine Antwort

Zwei Physiker der Uni Siegen erhalten gemeinsam mit einem Kollegen aus China für eine wegweisende Arbeit den Paul-Ehrenfest-Preis. Mit dem Preis wird jedes Jahr die weltweit beste Publikation im Bereich…

Ein neues Modell für mikromechanische Sensoren

Die Eigenschaften von Flüssigkeiten oder Gasen lassen sich mit winzigen schwingenden Plättchen messen. An der TU Wien entwickelte man dafür nun eine Berechnungsmethode. Mikromechanische Sensoren verbinden zwei verschiedene Welten miteinander:…

Digitale ICTM Conference 2022

Klimaziele im Turbomaschinenbau durch Digitalisierung erreichen. Hersteller und Zulieferer von Triebwerken und stationären Turbomaschinen haben erkannt, dass sich die vorrangigen Ziele der Ressourcenschonung und Senkung von Emissionen nur dann noch…

Partner & Förderer