Ladesysteme technisch reif für den Aufbau der Elektromobilitäts-Infrastruktur

Das sind die Ergebnisse der Zusammenarbeit von TÜV SÜD mit dem Energiekonzern E.ON, bei der über mehrere Monate hinweg kabelgebundene und induktive Ladesysteme hinsichtlich Sicherheit, Funktionalität und Alltagstauglichkeit untersucht wurden.

Vorgestellt wurden die Resultate heute (Mittwoch, 14. September) bei einer Pressekonferenz auf der IAA in Frankfurt. Positiv hervorgehoben wurde von Horst Schneider, Vorstandsmitglied der TÜV SÜD AG, dass sich die deutschen Hersteller auf den Typ 2-Stecker als einheitlichen Standard für Ladesysteme geeinigt haben und damit auf einer Linie mit dem Europäischen Herstellerverband ACEA liegen: „Die Einigung ist wichtig für die Planungssicherheit und somit das Entwicklungstempo in der Elektromobilität.“

Ist die Ladesäule, die seit einem halben Jahr auf dem Supermarkt-Parkplatz steht, sicher? Taugen aktuelle Ladetechnologien bereits für den flächendeckenden Ausbau einer Ladeinfrastruktur? Gefährdet die elektromagnetische Strahlung beim Laden die Gesundheit?

Fragen, die selbst Experten auf dem Gebiet der Elektromobilität immer wieder diskutieren. TÜV SÜD und E.ON sagen: Kein Problem: Sicheres Laden von Elektroautos ist kabelgebunden und induktiv heute schon möglich!

Dem Alltagseinsatz des Elektroautos steht in dieser Hinsicht nichts mehr im Wege. Soweit die Ergebnisse einer Entwicklungskooperation, in der TÜV SÜD und E.ON unterschiedliche Ladetechnologien hinsichtlich deren Eignung für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur unter die Lupe genommen haben. Demnach kann bereits heute mit einem Mix aus bestehenden Wechselladestationen, gleichstrombasierten Schnellladestationen und zukünftig induktiven Ladestationen aus technischer Sicht mit dem flächendeckenden Ausbau begonnen werden. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass aus technischer Sicht einem raschen Aufbau der Ladeinfrastruktur nichts im Wege steht“, sagt Horst Schneider, Mitglied des Vorstands der TÜV SÜD AG.

Entwarnung gibt TÜV SÜD auch mit Blick auf mögliche gesundheitsschädliche Folgen durch die elektromagnetische Strahlung – oder auf mögliche Störungen von elektronischen Fahrerassistenz-, Navigationssystemen oder Handys. So zeigten ausführliche Untersuchungen bezüglich der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) weder Risiken für die Gesundheit noch für die Technik auf.

Geprüft wurde dabei im EMV-Labor der TÜV SÜD-Tochter Senton, die im bayerischen Straubing eines der modernsten Labore Europas unterhält. Unterschiedliche Induktive Ladesysteme wurden mit einem eigens entwickelten Prüfverfahren, bei dem Grenzwerte aus der Medizintechnik Maßstab waren, untersucht. Resultat: Die Systeme sind unter allen denkbaren Bedingungen sicher und können nun zur Marktreife entwickelt werden. Trotz der Unbedenklichkeit verfügen die geprüften Systeme über ein Abschaltsystem, bei dem über Sensoren der Stromfluss unterbrochen wird, wenn beispielsweise ein Haustier zwischen Ladeplatte und Fahrzeug geraten sollte.

Neben einem hohen Maß an Sicherheit wies die Untersuchung eine hohe Effektivität bei den Induktiven Ladesystemen mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent nach. Für Horst Schneider, Mitglied des Vorstands der TÜV SÜD AG, wichtige Signale für den zukünftigen Aufbau der Ladeinfrastruktur: „Für die Versorgung der E-Autos im öffentlichen städtischen Bereich stellt Induktives Laden eine zukunftsfähige Alternative dar – das haben unsere Ergebnisse klar gezeigt.“

Vorsicht beim Laden des E-Autos an der Steckdose zu Hause

Aktuell spielt kabelgebundenes Laden noch die wichtigere Rolle.
TÜV SÜD attestiert dieser Ladetechnologie grundsätzlich eine hohe Sicherheit. Vorausgesetzt die Systeme sind zertifiziert, einwandfrei gewartet und werden richtig gehandhabt. In diesem Zusammenhang weisen die Partner beispielsweise darauf hin, dass die heimische Steckdose für das Aufladen eines E-Fahrzeugs nur bedingt geeignet ist – vor allem vor dem Hintergrund von schätzungsweise 11 Millionen Haushalten mit einem Netz aus den Jahren vor 1960 und Absicherungen von unter 12 Ampere. Insgesamt sind nach Aussagen der Experten nur die wenigsten haushaltüblichen Steckdosen technisch dafür ausgelegt, ein Elektroauto aufzuladen – wegen der großen Strommengen, die über einen langen Zeitraum fließen. „Bei einem üblichen Ladevorgang eines Elektroautos fließen 13 Ampere über zehn Stunden. Dabei kann es zu Überhitzung gerade bei älteren Installationen kommen“, erläutert Volker Blandow, Head of E-Mobility bei TÜV SÜD.

Mix aus verschiedenen Ladetechnologien deckt die Fläche ab

Letztendlich wird es nach Ansicht der Experten beim Ausbau eines Ladenetzes nicht nur eine Ladetechnologie geben. In der Übergangsphase zur massentauglichen Alternative zum Verbrennungsmotor, in der sich die Elektromobilität aktuell befindet, wird ein Mix aus verschiedenen Lösungen zum Einsatz kommen. Dazu gehören in erster Linie die bereits vorhandenen kabelgebundenen Wechselstrom-Ladesysteme. Sie werden immer mehr ergänzt durch gleichstrombasierte Schnellladestationen und zukünftig auch durch induktive Optionen, die gerade im Flächenausbau Vorteile bieten: Sie können beispielsweise auf Parkflächen unsichtbar unter dem Asphalt verlegt werden, Ladesäulen fallen weg – das Straßenbild wird nicht verändert.

Ausdrücklich begrüßte Schneider die Bekanntgabe zur IAA, dass sich die deutschen Hersteller – wie schon zuvor der Europäische Herstellerverband ACEA – auf Typ 2-Stecker als einheitlicher Standard für Ladesysteme geeinigt haben: „Die Einheitlichkeit in dieser Frage schafft eine sichere Entwicklungsgrundlage für die Hersteller und sorgt für eine Beschleunigung des Entwicklungstempos.“

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Frank Volk
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