„Kraftwerk aus Erz“: Förderband erzeugt Strom

Obwohl 3.200 Meter hoch in den Anden gelegen und oft schwierigen Umweltbedingungen wie z.B. Schnee- und Gerölllawinen ausgesetzt, ist die Anlage in puncto sicherer Materialtransport und Energieeffizienz ein Vorzeigebetrieb.

So erzeugt das 13 Kilometer lange abwärtsfördernde Bandanlagensystem elektrische Energie, die in das Netz eingespeist wird, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in seiner jüngsten Ausgabe berichtet.

Die von Siemens und ThyssenKrupp konzipierte und gebaute Förderanlage transportiert Kupfererz in die Aufbereitungsanlage auf 1.600 Metern Höhe. Die zehn Siemens-Antriebe der Bandanlage arbeiten ab einer bestimmten Beladung im Generatorbetrieb. Ähnlich wie in einem Wasserkraftwerk wird dann potenzielle Energie des Kupfererzes in elektrische Energie umgewandelt. Bei einer nominalen Beladung erzeugt das Förderband 17 Megawatt. 2007 betrug die so erzeugte Strommenge 90 Millionen Kilowattstunden.

Das Erz wird zunächst im Tagebau gesprengt. Riesige Bagger laden tonnenschwere Brocken auf 320-Tonnen-Trucks. Diese transportieren das Erz zu einem Brecher, der das Material auf eine Korngröße von maximal 300 Millimeter zerkleinert. Von dort wird das Kupfererz mittels Abzugsbänder auf die eigentliche abwärtsfördernde Bandanlage geführt. In der Aufbereitungsanlage wird das Kupfererz in riesigen Erzmühlen zermahlen und für den weiteren Separationsprozess vorbereitet.

Der Clou an den Erzmühlen sind die getriebelosen Ringmotoren, die die Trommeln umschließen. Diese Elektroantriebe haben eine Leistung von je 15 Megawatt und versetzen die Trommel berührungslos durch elektromagnetische Kräfte in Bewegung. Der getriebelose Aufbau der Mühle erhöht die Verfügbarkeit und den Wirkungsgrad, was letztlich den Energieverbrauch verringert.

Neben Kupfer wird in Los Pelambres auch das wertvolle Metall Molybdän gewonnen, das etwa zu 0,02 Prozent in dem Erz vorhanden ist und vor allem in widerstandsfähigen Stahllegierungen verwendet wird. Mit einer neuartigen, von Siemens entwickelten Hybridzelle konnte die Molybdän-Ausbeute deutlich gesteigert werden. Im Vergleich zu konventionellen Zellen verbraucht die Siemens-Hybridzelle bei vergleichbarer Kapazität 70 Prozent weniger Energie und 90 Prozent weniger Stickstoff.´(IN 2008.11.3)

Media Contact

Dr. Norbert Aschenbrenner Siemens InnovationNews

Weitere Informationen:

http://www.siemens.de/innovation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik

Dieser Fachbereich umfasst die Erzeugung, Übertragung und Umformung von Energie, die Effizienz von Energieerzeugung, Energieumwandlung, Energietransport und letztlich die Energienutzung.

Der innovations-report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Windenergie, Brennstoffzellen, Sonnenenergie, Erdwärme, Erdöl, Gas, Atomtechnik, Alternative Energie, Energieeinsparung, Fusionstechnologie, Wasserstofftechnik und Supraleittechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Beteigeuze erholt sich – vorerst

Neue Beobachtungen des Roten Überriesen deuten darauf hin, dass der Massenauswurf seiner Atmosphäre im Jahr 2019 sein Schicksal maßgeblich beeinflussen könnte. Beteigeuze wird wohl nicht in nächster Zeit explodieren, aber…

Nanostrukturiertes Nickelsilizid glänzt als Katalysator

Grüner Wasserstoff: Elektrische Energie aus Wind oder Sonne lässt sich als chemische Energie in Wasserstoff speichern, einem hervorragenden Kraftstoff und Energieträger. Voraussetzung dafür ist allerdings die effiziente Elektrolyse von Wasser…

RESIST: Neue Hemmstoffe gegen Coronaviren

Wirkstoffe gegen SARS-CoV-2 und möglichst auch gegen weitere Coronaviren zu finden – dieses Ziel verfolgt ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um den DZIF-Wissenschaftler Prof. Thomas Schulz seit dem…

Partner & Förderer