"Leinen los" für Forschungs-Plattform in der Nordsee

Heute Förderbescheide an GmbH der Fachhochschule Kiel

Vor der schleswig-holsteinischen Westküste entsteht die dritte deutsche Forschungs-Plattform, die unter anderem mittelständischen Unternehmen den Einstieg ins Offshore-Geschäft erleichtern soll.

Wie Schleswig-Holsteins Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Dietrich Austermann heute (26. April) in Husum bei der Übergabe der Förderscheide für FINO3 sagte, sollen auf der Plattform, die 80 Kilometer westlich vor Sylt errichtet wird, insgesamt sieben Forschungs- und Technologie-Projekte verschiedener Unternehmen und Hochschulen ermöglicht werden. Zu diesem Zweck erhielt das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel (FuE-Zentrum FH Kiel GmbH) heute für das so genannte „FINO3“-Projekt zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 7,9 Millionen Euro. Austermann überreichte Geschäftsführer Björn Lehmann-Matthaei einen Bescheid über 4,3 Millionen Euro und Reinhard Kaiser, Unterabteilungsleiter „Klimaschutz und Erneuerbare Energien“ des Bundesumweltministeriums (BMU) einen Bescheid über 3,6 Millionen Euro.

Wie Austermann sagte, soll mit dem Geld vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Bereich Windenergieanlagentechnik erhalten und verbessert werden. „Die Errichtung der ersten Offshore-Pilotprojekte in Nord- und Ostsee wird die Position Schleswig-Holsteins als Zentrum der Windenergie weiter stärken“, sagte der Minister.

Die Fördermittel stammen aus dem Regionalprogramm 2000, dem Schleswig-Holstein Fonds und dem Förderprogramm des BMU zur Forschung und Entwicklung im Bereich Windenergie. „Die Hälfte der Zuwendung ist für den Bau und den Betrieb der Forschungsplattform bestimmt. Mit der anderen Hälfte des Geldes werden die sieben Forschungsprojekte der Hochschulen und Unternehmen gefördert“, sagte Lehmann-Matthaei.

Bis Mitte des Jahrhunderts sollen Erneuerbare Energien rund die Hälfte des Energieverbrauchs decken. Im Strombereich soll entsprechend dem Beschluss der Bundesregierung der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf 20-25 Prozent steigen. Eine aktuelle Bilanz zeigt, dass Deutschland diese Mindestziele erreichen wird und übertreffen dürfte.

Der Offshore-Windenergienutzung kommt nach den Worten von Lehmann-Matthaei dabei eine bedeutende Rolle zu und FINO3 stelle einen Meilenstein für die Zukunft der deutschen Offshore-Windenergienutzung dar.

Für die Realisierung von Offshore-Windparks mit Standorten in großen Wassertiefen und weiten Entfernungen zur Küste liegen weltweit noch keine Erfahrungen vor. Das Projekt FINO3 hat das Ziel, so Lehmann-Matthaei, die dadurch bestehenden Risiken zu verkleinern und den Ausbau der geplanten Offshore-Windparks zu beschleunigen. Die FINO3-Forschungsprojekte lassen neue und verwertbare Ergebnisse besonders im Bereich der Gründungsstrukturen, der Wind- und Wellenlasten, der Blitzgefährdung und in anderen offshore-relevanten Themen erwarten. Das Vorhaben soll im Rahmen der Schwerpunktstrategie des Landes übergreifend auch den Bereich Maritime Wirtschaft einbinden.

Die FuE-Zentrum FH Kiel GmbH ist ein selbständiges, unabhängiges Dienstleistungsunternehmen, das 1995 gegründet wurde. Sie versteht sich als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und bringt die ganze Kompetenz, das wissenschaftliche Know-how der Fachhochschule Kiel und anderer Hochschulen Schleswig-Holsteins sowie deren umfangreiche technische Ausstattung mit unternehmerischem Entwicklungs- und Forschungsbedarf zusammen. Neben Prüf- und Messdienstleistungen führt das Forschungs- und Entwicklungszentrum fachbezogene Projekte in verschiedenen Branchen durch. Auch bei der Akquisition öffentlicher Drittmittel ist es behilflich.

So wurden an der Fachhochschule Kiel zum Beispiel diverse Industrieprojekte für Windenergieanlagenhersteller im Bereich Blitzschutz sowie im Bereich der Rotorblattauslegung durchgeführt. Zudem erforscht die Hochschule zusammen mit mehreren Universitäten und Großforschungsinstituten in einem vom BMBF geförderten Projekt Turbulenzen im Wind.

Kontakt:
FuE-Zentrum FH Kiel GmbH, Björn Lehmann-Matthaei, Schwentinestraße 24, 24149 Kiel, Tel.: 0431 218-4440, Fax: 0431 218-4441, E-Mail: fue-zentrum@fh-kiel-gmbh.de

Das Regionalprogramm 2000 bildet in Schleswig-Holstein in der Förderperiode 2000-2006 das Dach für die EU-Förderung nach dem Ziel 2 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Infrastrukturförderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ sowie zusätzlichen Landesmitteln. Programmziel ist die Förderung von Wachstum, Innovation und Beschäftigung in strukturschwachen Regionen durch Verbesserung der Standortbedingungen und Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Potenziale. Die Europäische Union beteiligt sich mit Fördermitteln in Höhe von ca. 258 Millionen Euro am Ziel 2-Programm des Landes Schleswig-Holstein in den Jahren 2000 – 2006. Das Ziel 2 der EU-Strukturfonds fördert die wirtschaftliche und soziale Umstellung der Gebiete mit Strukturproblemen und wird in Schleswig-Holstein aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 221,75 Millionen Euro sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit 36, 57 Millionen Euro unterstützt.

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