Strom aus Kuhmagen

Ann D Christy-Ohio State University

Halber Liter Pansen erzeugt 600 Millivolt

Forscher der University of Ohio haben eine neue saubere und umweltfreundliche Energieform entdeckt: den Inhalt eines Kuhmagens. Mit einem halben Liter Kuh-Pansen konnten die Wissenschaftler um Ann D. Christy immerhin 600 Millivolt Strom herstellen. Das entspricht etwa der Hälfte einer wieder aufladbaren AA-Batterie. Die Forscher hatten dabei jene Bakterien entnommen, die üblicherweise in Kuhmägen vorkommen.

Die Rindsmagen-Bakterien zählen nach Angeben von Christy zu Hoffnungsträgern der billigen, in großen Mengen vorhandenen und sauberen Ressourcen für die Herstellung von Energie. Die neue Generation von Energieträgern wird in Fachkreisen mikrobische Brennstoffzelle (microbial fuel cell – MFC) genannt. „Die Mikroben sind keine wirklich heiklen Nahrungsaufnehmer“, so Christy. In verschiedenen Tests konnten die Wissenschaftler die Bakterien mit toten Fliegen, Früchten und sogar mit Abwasser füttern. Die MFCs werden von Elektronen betrieben, die die Bakterien, die sich von organischem Material ernähren, ausscheiden „Und immer noch produzierten sie Elektrizität“, erklärt die Forscherin, die als Professorin für Lebensmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie an der Ohio State University tätig ist.

„Der normale Metabolismus von elektro-chemisch aktiven Mikroorganismen ermöglicht die Herstellung eines schwachen elektrischen Stromschlages, wenn sie mit einer Anode – einer negativen Elektrode – in Kontakt kommen“, erklärt Christy. Die Kathode, die positive Elektrode der Batterie – war in der Versuchsanordnung mit einem oxidierenden chemischen Stoff gefüllt.

Eine ähnliche Versuchsanordnung mit Kuhdung hatte ebenso zum Erfolg geführt. Dabei gelang es den Forschern eine Batterie immer wieder erneut aufzuladen. Kalifornische Bauern nutzen bereits Kuhdung als Energiequelle, indem sie so genannte Methan-Verdauer installieren und daraus Strom gewinnen. „Unser System ist allerdings um einiges wirkungsvoller, da kein Methan involviert ist, sondern der Dung direkt zu Strom verarbeitet wird“, meint Christy.

Neu sind die Projekte der mikrobiellen Batterien aber nicht. An der Pennsylvania State University experimentieren Forscher mit einer Art Kläranlage, die sich ihre Energie selbst erzeugt. Im Vormonat präsentierten Forscher eine Batterie, die mit Urin betrieben wird (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050816020 ). Forscher des Intelligent Autonomous Systems Laboratory an der University of the West of England in Bristol haben das EcoBot-Projekt gestartet und einen Roboter gebaut, der Fliegen frisst, die mit Mikroben aus Klärschlamm gefüttert werden.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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