Kraftwerk mit 90 % weniger Emissionen

Erdgas wird in Wasserstoff und CO2 umgewandelt – Eine Viertelmillion Haushalte in Schottland erhält sauberen Strom aus Wasserstoff – CO2 wird ins Ölfeld zurückgeleitet – Produktionsstart für 2009 geplant – Bei Erfolg weltweite Nutzung der Technologie

Der Energiekonzern BP geht in die Planungsphase für das weltweit erste Projekt zur industriellen Produktion von Kohlendioxid-freiem Strom aus Wasserstoff. Dieses Projekt, das BP in Schottland gemeinsam mit ConocoPhillips, Shell und Scottish and Southern Energy (SSE) betreibt, wäre ein bedeutender Schritt, um Verbrauchern saubere Energie anbieten zu können: Es zielt auf weniger CO2-Emissionen, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden, und trägt zur besseren Nutzung der bekannten Energiereserven bei.

Im Rahmen dieses Projekts soll Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt werden. Der Wasserstoff würde dann als Brennstoff für ein Kraftwerk mit einer Leistung von 350 MW verwendet, während das CO2 zur Ölförderung und zur endgültigen Lagerung in die Öllagerstätten in der Nordsee geleitet würde. Mit dem Projekt könnte der Anteil des bei der Stromherstellung in die Atmosphäre geleiteten CO2 um mehr als 90 % verringert werden.

Während sich jede dieser Technologien in der Praxis bereits bewährt hat, kommen sie im Rahmen dieses Projekts weltweit zum ersten Mal kombiniert zum Einsatz. Die technischen Machbarkeitsstudien sind bereits abgeschlossen. Nun soll bis Ende 2006 auch die Wirtschaftlichkeit untersucht werden. Dann könnte eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen werden, bei der von der Inbetriebnahme des Kraftwerks im Jahr 2009 ausgegangen würde.

Die Gesamtinvestitionen sollen sich auf voraussichtlich 600 Mio. US $ belaufen. Parallel hierzu wären entsprechende politische und behördliche Rahmenbedingungen notwendig, mit denen die Bindung von Kohlenstoffen – im Gegensatz zur Stromerzeugung auf Grundlage fossiler Brennstoffe – und die langfristige Lagerung von CO2 gefördert würden. Wenn die Anlage voll betriebsfähig ist, wird sie pro Jahr die Bindung und Lagerung von 1,3 Mio. Tonnen CO2 ermöglichen und eine Viertelmillion britische Haushalte mit Kohlendioxid-freiem Strom beliefern.

Lord Browne, der Chef der BP-Gruppe, erklärte: „Dies ist ein wichtiges und einzigartiges Projekt, auf dessen Grundlage wir bei der Bereitstellung von sauberer Energie und bei der Verringerung der CO2-Emissionen erhebliche Fortschritte machen können. Wenn wir das neue Verfahren bei nur 5 % der bis 2050 prognostizierten Stromerzeugung einsetzen, können damit potenziell die weltweiten CO2-Emissionen um rund eine Milliarde Tonnen pro Jahr verringert werden. Das ist ein grundlegender Schritt angesichts der Herausforderungen, denen sich die Welt gegenübersieht. Der Erfolg des britischen Projekts wird für die weitere Anwendung dieses Verfahrens auf weltweiter Ebene von unschätzbarem Wert sein.In Großbritannien und besonders in Schottland wird die Anlage für die Verbraucher eine neue und wichtige Bezugsquelle für Kohlendioxid-freien Strom sein und den Beitrag sowie den wirtschaftlichen Wert der Nordsee für die britische und schottische Wirtschaft erheblich steigern. BP wird nach weiteren Möglichkeiten suchen, dieses Projekt auch anderswo in der Welt durchzuführen.“

Das Projekt soll in der Nähe von Peterhead im Nordosten Schottlands lokalisiert werden. In einer neu gebauten Umwandlungsanlage könnten täglich 70 Mio. Kubikfuß (knapp 2 Mio. Kubikmeter) Erdgas in CO2 und Wasserstoff umgewandelt werden. Der Wasserstoff würde in der Folge als Brennstoff für ein neues Gasturbinen-Kombikraftwerk mit einer Leistung von 350 MW verwendet werden.

Das in der Umwandlungsanlage erzeugte CO2 würde durch bereits bestehende Pipelines zu dem von BP betriebenen und 240 km vor der Küste liegenden Miller-Ölfeld transportiert. Über die dortige Plattform würde das CO2 in die vier Kilometer unter dem Meeresboden gelegenen Öl-Lagerstätten gepresst und könnte aufgrund des dadurch entstehenden Drucks zur Steigerung der Ölförderung beitragen.

Die Förderung im Miller-Ölfeld sollte ursprünglich bis 2006/7 laufen. Durch die CO2-Einspeisung in die Lagerstätten könnte die geförderte Ölmenge um bis zu 40 Mio. Barrel zusätzlich gesteigert werden. Die Nutzungsdauer des Ölfeldes würde sich dadurch um 15 bis 20 Jahre verlängern.

Media Contact

Ulrich Winkler Deutsche BP AG

Weitere Informationen:

http://www.deutschebp.de

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