Erfolgreiches Förderkonzept für energieeffiziente Gebäude

Pilotfunktion für die Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie

Die erfolgreichen Ergebnisse aus dem zehnjährigen Förderkonzept „Energieoptimiertes Bauen“ besitzen wegweisenden Charakter für die nationale Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie. Dies belegten die Mess- und Erfahrungswerte, die im Mai anlässlich des Symposiums Bürogebäude mit Zukunft in der Bauhausstadt Dessau vorgestellt wurden. Rechtzeitig zum Symposium erschien ein gleichnamiges Fachbuch mit einer umfassenden Darstellung der Ergebnisse und Erfahrungen. Die Fachtagung dokumentierte zehn Jahre erfolgreiche Arbeit, die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen des 4. Energieforschungsprogramms gefördert wurde.

Der am 11. Mai 2005 eingeweihte Neubau des Umweltbundesamtes in Dessau bildete den eindrucksvollen Rahmen für die 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Forschung und Wirtschaft. Dieses Gebäude zielt wie auch die 22 anderen Demonstrationsbauten darauf, einen Primärenergiekennwert von unter 100 kWh/m²a (Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr) für Heizung, Lüftung und Beleuchtung einzuhalten und auf aktive sommerliche Kühlung zu verzichten. Die Planungs- und Analyseteams stellten ausgewählte Beiträge besonders überzeugender Demonstrationsbauten vor. Ergänzt wurden diese durch Querschnittsanalysen aus der Begleitforschung zu den Themenfeldern

  • Heizen und Lüften im Winter – Wege zu minimalem Heizwärmebedarf
  • Kühlen und Lüften im Sommer – Im Sommer 26 °C
  • Licht und Beleuchtung – Am Stromverbrauch, aber nicht am Licht sparen
  • Energieversorgung – Neue Qualitäten und Quantitäten
  • Nutzerverhalten und Nutzereinfluss

Das Themenspektrum unterstreicht die Pilotfunktion des Förderkonzepts im Vorfeld der nationalen Umsetzung der europäischen Energieeffizienzrichtlinie. Diese erfolgt im Januar 2006 mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung EnEV, unter Einbeziehung des neuen Berechnungsverfahrens nach DIN 18599 zur umfassenden planerischen Behandlung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

Ein kompetent aus Wirtschaft und Wissenschaft besetzte Diskussionspodium widmete sich angesichts immer ambitionierterer Energiezielwerte der Fragestellung: „Nullemission um welchen Preis – Energieeffizienz versus Kosteneffizienz?“. Bereits realisierte Bauten zeigen, dass niedrige Energiekennwerte die Investitionskosten für ein Bauwerk nicht zwangsläufig erhöhen, wenn eine frühe planerische Zielfestlegung und eine konsequente Zielverfolgung im Planungsprozess gesichert werden. Die Diskussion hat unterstrichen, dass weitere Schritte aus diesem Grunde einer klaren Definition von Zielen und Methoden bedürfen. Im Rahmen des Förderkonzepts soll die Begleitforschung diese Aufgabe übernehmen. Aufgrund der überzeugenden Ergebnisse aus den Demonstrationsprojekten und der Begleitforschung soll das Förderkonzept in Zusammenhang mit dem am 1. Juni verabschiedeten 5. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung weitergeführt werden. Damit wird die Kontinuität geschaffen, aus der auch künftig herausragende Demonstrationsprojekte entstehen sollen.

Media Contact

Sebastian Herkel Fraunhofer ISE

Weitere Informationen:

http://www.ise.fraunhofer.de

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