OECD stellt Biokraftstoffe in Frage

Der Beitrag von Biokraftstoffen zur Bekämpfung des Klimawandels bleibt weiterhin umstritten. Durch die Nutzung von Biokraftstoffen könne es zwar tatsächlich zu positiven Umwelteffekten kommen, erklärt eine Expertenrunde aus Wirtschaft und Wissenschaft im OECD-Bericht „Biofuels: Linking Support to Performance“.

Allerdings würden diese Auswirkungen je nach Ausgangsstoff der Produktion stark variieren. Die Kraftstoffproduktion ziehe zudem unüberschaubare Treibhausgasemissionen mit sich. Im OECD-Raum wurden Biokraftstoffe im Jahr 2007 mit rund 15 Milliarden US-Dollar subventioniert.

Biokraftstoffe, die aus Abfällen oder Molke gewonnen werden, könnten laut OECD-Bericht gegenüber fossilen Brennstoffen bis zu 70 Prozent der Treibhausgase einsparen. Auch brasilianisches Zuckerror habe vergleichbare Effekte. Die meisten Biokraftstoffe, vor allem im europäischen Raum, werden jedoch aus Biomasse – also aus Getreide und Pflanzenölen – hergestellt. Laut OECD-Forschern haben diese Kraftstoffe nur ein Einsparungspotenzial von 30 Prozent, mit der Produktion an sich seien aber schwer abschätzbare Emissionsmengen verbunden. Die Herstellung von Bioethanol aus Zuckerrohr und Biodiesel aus Raps und Soja bedürfe hoher finanzieller Mittel, die Kraftstoffe brächten hingegen nur 30 – 50 Prozent Ersparnis an frei werdenden Treibhausgasen. Eine Alternative zu diesen konventionellen Biokraftstoffen sei aber Cellulose-Ethanol, das – zwar noch in der Entwicklungsphase – eine bessere CO2-Bilanz hat als Bioethanol und nicht mit der Lebensmittelindustrie konkurriert.

Durch die hohen Produktionskosten würden sich Biokraftstoffe nur bei anhaltend hohen Öl-und Benzinpreisen kommerziell rechnen. Die Forscher empfehlen stattdessen die Energieeffizienz im Verkehrswesen zu verbessern oder mit dem Kohlenstoffanteil von Kraftstoffen verbundene Steuern durchzusetzen. Das Rohmaterial und die Produktionsprozesse für Biokraftstoffe könnten in Zukunft zwar kosteneffektiver und emissionsärmer sein. Die Expertenrunde hält es aber für wenig wahrscheinlich, dass Biokraftstoffe mehr als zehn oder 20 Prozent des Bedarfs im Transportwesen ausmachen werden, wenn es nicht zu größeren Fortschritten in der Technologie komme.

Biokraftstoffe könnten also nicht signifikant zur Reduzierung der Treibhausgase oder zur Sicherung des Treibstoffangebots beitragen. Zudem sei anzunehmen, dass die landwirtschaftliche Nahrungsmittelerzeugung teilweise von der expandierenden Biokraftstoffproduktion verdrängt würde. Die Forscher fordern, dass bei weiterer Förderung der Biokraftstoffe durch Regierungen größerer Wert auf die Auswahl der Produzenten und Produktionsprozesse gelegt werde.

Ansprechpartner für Medien

Claudia Misch pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.oecd.org

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