Zeigt her eure Daten

Internationale Strukturen sind bisher rar, genauso wie Gelder für ihre Finanzierung. Zudem herrscht unter den Forschenden die Angst, bei Herausgabe der hart erarbeiteten Daten nicht entsprechend gewürdigt zu werden. So bleiben weltweit Millionen wertvoller Datensätze in den Schubladen.

Eine neue weltweite Initiative will nun eine Übersicht über so viele Pflanzendatenbanken wie möglich schaffen und mit neuen Ideen den Besitzern ihre Angst vor Missbrauch nehmen.

Der Schwund der Biodiversität ist ein globales Phänomen, die Verfügbarkeit von Biodiversitätsdaten, die zur Darstellung dieses Phänomens nötig sind, meist jedoch regional organisiert, was effektive Forschung limitiert. Die Ursachen zu ergründen ist aber nur durch Vergleiche verschiedener ökologischer Bedingungen möglich.

Die Forschung muss also sowohl räumlich als auch zeitlich großskalige Datensätze haben, um Ursachen zu benennen und auch die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen bewerten zu können. Die neue Initiative Global Index of Vegetation-Plot Databases (GIVD) versucht, die undurchsichtige Datenlage transparenter und durch Eigeninitiative der Forschenden nach und nach die Datenlücken zur Vegetation sichtbar zu machen.

„Durch GIVD wissen wir nun, dass in Deutschland im internationalen Vergleich nur verschwindend geringe Mengen von Dauerbeobachtungsflächen vorhanden sind“ sagt Dr. Florian Jansen von der Universität Greifswald und Mitinitiator der Plattform. „Gut dokumentierte Dauerbeobachtungsflächen wären zwingend notwendig, um den Rückgang der Biodiversität vor allem aufgrund des Landnutzungswandels zu dokumentieren und die Effektivität von Naturschutzmaßnahmen zu evaluieren.“

„Es hat sich tatsächlich ein Stück weit die Kultur innerhalb der Community geändert“, sagt Dr. Jürgen Dengler (Universität Hamburg). Die Hemmschwelle, jemanden nach Daten zu fragen, ist durch unsere Initiative gesunken und es ist einfacher geworden, unaufgeregt über die Modalitäten dieser Datenherausgabe zu reden.“

Wie GIVD funktioniert und welche Ziele sie damit erreichen wollen, erzählen die deutschen Initiatoren im aktuellen NeFo-Interview:

http://www.biodiversity.de/index.php/de/fuer-presse-medien/erfolgsgeschichten/3152-givd-eine-neue-infrastruktur-fuer-datenverfuegbarkeit

Ansprechpartner:
Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. (www.diversitas-deutschland.de) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten.

Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ.

Ansprechpartner für Medien

Sebastian Tilch NeFo News

Weitere Informationen:

http://www.biodiversity.de

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