Wie gut ist die weltweite Wasserqualität? Verbundprojekt "GlobeWQ" startet

Entnahme von Wasserproben mit einem Horizontal-Wasserschöpfer ©André Künzelmann / UFZ

Rund vier Milliarden Menschen auf der Welt leiden mindestens einen Monat im Jahr unter akuter Wasserknappheit. Doch nicht nur die Wassermenge ist ein Problem. Nahezu überall auf der Welt, dies gilt auch für Deutschland, ist die Wasserqualität verbesserungswürdig.

Mit ein Grund, warum die Vereinten Nationen den Erhalt und die Verbesserung der Wasserqualität als eines von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) festgeschrieben haben.

Das Ziel 6 der SDGs „Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen“ sieht deshalb vor, die Einleitung von unbehandelten industriellen und häuslichen Abwässern zu reduzieren sowie den Schutz von wasserverbundenen Ökosystemen wie beispielsweise Seen, Flüssen und Feuchtgebieten zu erhöhen.

Die wesentliche Basis dafür: verlässliche, global verfügbare Daten über den Zustand der Gewässer und Kenntnisse zu den wichtigsten Faktoren, die diesen Zustand beeinflussen. Genau daran soll das Projekt „Analyse- und Service-Plattform globale Wasserqualität (GlobeWQ)“, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis September 2022 fördert, ansetzen.

„Natürlich gibt es bereits Datenbanken mit Messwerten, doch nicht alle Länder verfügen über regelmäßige Umweltmessprogramme, sodass verfügbare Daten oft lückenhaft, veraltet oder nicht kompatibel sind“, sagt UFZ-Hydrobiologe Prof. Dietrich Borchardt, der das Projekt leitet.

Deswegen sei es nicht möglich, allein anhand von Messungen ein ausreichend genaues Bild der globalen Wasserqualität zu erhalten. Kritische Zustände würden folglich oft nicht erkannt und könnten nicht behoben werden.

Außer dem UFZ beteiligen sich an dem Konsortium die Ruhruniversität Bochum, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), das International Centre for Water Resources and Global Change (ICWRGC) sowie die Firmen terrestris und EOMAP. Sie wollen nun vor Ort-Messdaten mit Informationen aus Aufnahmen der Sentinel-2 Satelliten und modellbasierten Abschätzungen der Wasserqualität verknüpfen.

„Das Produkt von GlobeWQ wird der Prototyp einer Analyse- und Service-Plattform sein, die mit einer global einheitlichen Methodik entscheidungsrelevante Informationen zur Wasserqualität regional verfügbar macht“, skizziert Dietrich Borchardt den Anspruch an das Vorhaben.

Bevor dieser Prototyp in der Praxis eingesetzt wird, soll er weltweit an Seen, Flüssen und Grundwasserkörpern in zehn Fallstudien erprobt werden, in Deutschland beispielsweise am Einzugsgebiet der Elbe und am Bodensee. Gelingt der Test, könnte damit die Qualität von Oberflächen- und Grundwasser präziser bewertet und Gefahren für die Wasserqualität schneller ermittelt und behoben werden.

Das Forschungsprojekt GlobeWQ ist Teil des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA3)” und assoziiert mit der BMBF-Fördermaßnahme “Globale Ressource Wasser (GRoW)“. Das Projektkonsortium bilden das UFZ, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die Ruhr-Universität Bochum, das International Centre for Water Resources and Global Change (ICWRGC) sowie die Firmen Earth Observation & Environmental Services (EOMAP) und terrestris GmbH & Co. Das Umweltbundesamt (UBA) und die Europäische Umweltagentur (EEA) unterstützen das Projekt beim Anschluss an die Bewirtschaftungspraxis als strategische Partner.

Prof. Dr. Dietrich Borchardt
Leiter UFZ-Department Aquatische Ökosystemanalyse und Management
Projektleiter GlobeWQ
dietrich.borchardt@ufz.de

Dr. Christian Schmidt
UFZ-Department Aquatische Ökosystemanalyse und Management
Projektkoordinator GlobeWQ
christian.schmidt@ufz.de

http://www.globe-wq.info

Media Contact

Susanne Hufe Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Weitere Informationen:

http://www.ufz.de/

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