Verstärkte Nikotinabhängigkeit bei Trägern einer Genmutation

Diese Mutation, die auf den neuronalen Nikotinrezeptor wirkt, stört dessen Funktionsweise und bewirkt damit eine teilweise Inaktivierung des „Belohnungssystems“.

Träger einer solchen Mutation müssen aus diesem Grund ihren Tabakkonsum steigern, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Diese Ergebnisse ebnen den Weg für die Entwicklung von Behandlungen zur Raucherentwöhnung für Menschen mit dieser Mutation.

Wird Tabak konsumiert, bindet sich das darin enthaltene Nikotin an die Nikotinrezeptoren, was zur Aktivierung des „Belohnungssystems“ führt. Dabei handelt es sich um ein neuronales System, das im normalen Funktionszustand beim Menschen u. a. Wohlbefinden auslöst. Die gleiche Wirkung hat Nikotin bei Rauchern auf das Gehirn. Diese Wirkung hält selbst an, wenn der Raucher gerade keinen Tabak konsumiert. Der Tabakkonsum eines Menschen ist demzufolge eng mit der Sensibilität der Nikotinrezeptoren verbunden.

Das Team um Uwe Maskos, Leiter der Abteilung „Integrative Neurobiologie cholinergischer Systeme“ (Pasteur / CNRS), und Philippe Faure, CNRS-Forscher am Labor „Neurobiologie adaptiver Prozesse“ (CNRS / UPMC) haben jetzt herausgefunden, dass die Tabakabhängigkeit vom genetischen Erbe des Menschen beeinflusst werden kann. Die Forscher haben an Mäusen nachgewiesen, dass eine Genmutation dazu führt, dass die Nikotinempfindlichkeit stark abnimmt. Um den gleichen Effekt zu erzielen, benötigen Träger dieser Mutation deshalb eine höhere Nikotindosis (ca. 3 Mal höhere Dosis) als Menschen, die keinen solchen Defekt haben.

Diese Mutation tritt sehr häufig auf. Studien haben ergeben, dass etwa 35% der Europäer und fast 90% der Starkraucher betroffen sind.

Kontakt:
– Presseabteilung des Pasteur-Instituts – Nadine Peyrolo – nadine.peyrolo@pasteur.fr – +33 145 68 8147

Quelle: Pressemitteilung des CNRS – 13.12.2013 – http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/cp_nicotine_13_12_2013.pdf

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr

Media Contact

Marie de Chalup Wissenschaft-Frankreich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Rätsel um Bildung zweidimensionaler Quasikristalle aus Metalloxiden gelöst

Die Struktur von zweidimensionalem Titanoxid lässt sich bei starker Hitze und unter Zugabe von Barium gezielt aufbrechen: Statt regelmäßiger Sechsecke entstehen Ringe aus vier, sieben und zehn Atomen, die sich…

Impfviren, Immunzellen und Antikörper

Neue Kombinations-Immuntherapie für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Tumorarten. Trotz aller Erfolge in der Krebsforschung gibt es bisher nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten. In vielen Ländern nimmt daher die Anzahl der…

Induktives Laden während der Fahrt

Forschende entwickeln hocheffiziente Teststrecke. 20 Meter lang ist die Teststrecke auf dem Campus der Universität Stuttgart. E-Fahrzeuge können dort während der Fahrt induktiv aufgeladen werden – mit einer enormen Effizienz,…

Partner & Förderer