Universität Basel startet Forschungsprojekt über Menschen mit aussergewöhnlichen Gedächtnisfähigkeiten

Was hinter diesem überdurchschnittlichen Erinnerungsvermögen steckt, wollen die Universitäten Basel und Irvine mit einem Projekt herausfinden. Zur Erforschung der neurobiologischen Ursachen solcher aussergewöhnlichen Gedächtnisfähigkeiten suchen sie nun Menschen mit diesen ausserordentlichen Fähigkeiten.

2006 ging die Geschichte über das lückenlose Gedächtnis der Amerikanerin A. J. um die Welt. Seit sie acht Jahre alt ist, kann sich die mittlerweile 44-Jährige an praktisch jeden Tag und jede Stunde ihres Lebens mit allen dazugehörigen Erlebnissen und Einzelheiten erinnern. Der renommierte Gedächtnisforscher James McGaugh von der Universität Irvine (Kalifornien) untersuchte und beschrieb das Erinnerungsvermögen von A. J. und weiteren ähnlichen Fällen. Der Grund für die erhöhte Gedächtniskapazität blieb aber bis dato unbekannt.

Weltweit erste Studie über neurobiologische Ursachen aussergewöhnlicher Gedächtnisleistungen

Prof. Dr. med. Dominique de Quervain und Prof. Dr. med. Andreas Papassotiropoulos von der Universität Basel haben in den letzten Jahren die Gedächtnisfunktionen gesunder Personen untersucht und dabei wichtige molekulare Mechanismen beschrieben. Nun initiieren sie das weltweit erste Projekt, das zum Ziel hat, die neurobiologischen und molekularen Ursachen für aussergewöhnliche Gedächtnisfähigkeiten zu identifizieren. Die beiden Hirnforscher gehen davon aus, dass die gewonnenen Einblicke in die molekularen Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Gedächtnisstörungen ermöglichen könnten.

Probanden gesucht

Für die Studie suchen sie nun im deutschsprachigen Raum Personen mit deutlich überdurchschnittlichen Gedächtnisfähigkeiten. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Schule und im Studium immer am einfachsten und schnellsten gelernt haben (z.B. einen längeren Text einmal durchgelesen und das meiste behalten) und unter Freunden und Mitschülern für ihr Supergedächtnis bekannt sind. Zusätzlich untersuchen sie in Zusammenarbeit mit James McGaugh die sehr seltenen Fälle von lückenlosem Gedächtnis. Die Studienleiter hoffen, auch in der Schweiz bzw. im deutschsprachigen Raum mindestens einen Fall von lückenlosem Gedächtnis zu finden.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Dominique de Quervain, Direktor der Abteilung für Kognitive Neurowissenschaften, Universität Basel, E-Mail: dominique.dequervain@unibas.ch

Prof. Dr. med. Andreas Papassotiropoulos, Direktor der Abteilung für Molekulare Psychologie, Universität Basel, E-Mail: andreas.papas@unibas.ch

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Hans Syfrig Fongione idw

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