Transfer in der Antibiotikaentwicklung wird intensiviert

Forscher in aller Welt suchen daher intensiv nach neuen innovativen Ansätzen, um lebensbedrohende bakterielle Infektionen mit neuen Klassen von Arzneimitteln künftig zu behandeln.

Im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig wurden in langjähriger Forschung zwei Substanzfamilien zur Behandlung von speziellen Bakterieninfektionen entwickelt, ein erster entscheidender Schritt auf dem Weg in die Krankenversorgung.

„Das ist wie ein Wettlauf mit der Zeit“, sagt Prof. Ralf Hoffmann vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ, Fakultät für Chemie und Mineralogie), „bei dem die Bakterien in letzter Zeit einen Vorsprung gewinnen konnten“. Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben sich zunächst in Krankenhäusern (Intensivstationen) und Pflegestationen Keime gebildet, die gegen einzelne Antibiotika resistent sind.

Der durch den breiten Einsatz von Antibiotika ausgelöste evolutionäre Druck hat in der Folge extrem resistente Keime hervorgebracht, die oft nur noch mit einem einzelnen Antibiotikum behandelt werden können.

Ausgangspunkt für neue Heilansätze sind „antimikrobielle Peptide“, die von vielen Organismen einschließlich Insekten, Säugetieren, Reptilien und Pflanzen als Schutz vor Infektionen gebildet werden. „Da Keime bisher diese Schutzmechanismen nicht überwinden konnten, besteht eine gewisse Hoffnung daraus neue, zuverlässige Wirkstoffe, also Arzneimittel, zu entwickeln.“, führt Hoffmann weiter aus.

Daher seien diese Verbindungen von großem pharmazeutischem Interesse, beispielsweise zur Entwicklung neuer Antibiotika zur Behandlung systemischer Infektionen. „Aus zwei antimikrobiellen Peptiden, die ursprünglich aus der Honigbiene und der Milchkrautwanze isoliert wurden, haben wir in den vergangenen sechs Jahren zwei Substanzfamilien zur systemischen Behandlung Gram-negativer Bakterieninfektionen entwickelt“ so Ralf Hoffmann.

Diese beiden neuen Substanzklassen werden nun in einer engen technologischen Kooperation mit der Firma AMP-Therapeutics GmbH, einer Ausgründung als „Spin-off der Universität Leipzig“ aus der Arbeitsgruppe von Prof. Hoffmann, weiter entwickelt. Diese „Ausbaustufe“ des Transfers wurde erst möglich durch das Investment von Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF) und Novartis Venture Funds (NVF) in AMPT, die sich erstmalig in Deutschland beteiligen.

Wichtig für die enge Kooperation ist dabei die unmittelbare räumliche Nähe zwischen dem BBZ und der in der BIO CITY angesiedelten Firma AMP-Therapeutics GmbH.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ralf Hoffmann
Institut für Bioanalytische Chemie der Fakultät für Chemie und Mineralogie
Telefon: +49 341 97-31330
E-Mail: hoffmann@chemie.uni-leipzig.de

Media Contact

Susann Huster Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Miniaturstromspeicher für den neuen Rechner-Alltag

Forschungsteam entwickelt Akkus für kleinste Dimensionen. Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), des Fraunhofer-Instituts All Silicon System Integration Dresden (ASSID), des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin und der…

Integrierbare Anlagentraverse für innovative 2D-inline-Prozessüberwachung

Die Beschichtung flexibler Substrate mit funktionalen Schichten ist durch die Nutzung von Rolle-zu-Rolle Technologien hocheffizient. Entscheidend für Anlagenbetreiber ist die Schichtdickenhomogenität und damit die elektrischen Eigenschaften der applizierten Schichten für…

Statt Beton mehr Wasser und Grün

DWA und DBU: klimafest durch Schwammstadt-Prinzip Osnabrück. Hitzewellen, Dürren und Starkregen – die Folgen des menschengemachten Klimawandels fordern Städte und Gemeinden in höchstem Maße heraus. Wie sie klimafest werden, darum…

Partner & Förderer