Neues Testverfahren soll schädliche Xenohormone in Verpackungsmaterialien aufspüren

Wie Spezialisten mit biologischen Tests und chemischen Analysen Werkstoffe für den Lebensmittelkontakt untersuchen und bewerten, steht in den „Nachrichten aus der Chemie“.

Xenohormone wirken wie Hormone und beeinflussen das tierische und menschliche Hormonsystem. Diese Pseudohormone kommen in Lederwaren, Medizinprodukten, Kunststoffen und in Lebensmitteln vor. Schädigen sie einen Organismus oder seine Nachkommen, heißen sie endokrine Disruptoren.

In Lebensmittel gelangen endokrine Disruptoren, falls sie nicht natürlich darin enthalten sind, aus der Verpackung. Wissenschaftler des Österreichischen Forschungsinstituts für Chemie und Technik schufen nun Grundlagen, um zu ermitteln, wie viel der schädlichen Substanzen auf diese Weise in ein Lebensmittel wandern. Die Forscher kombinierten dafür In-vitro-Verfahren, also Reagenzglastests, und chromatographische Verfahren, die höheren apparativen Aufwand erfordern.

Johannes Bergmair, Manfred Tacker und Michael Washüttl vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik berichten in den „Nachrichten aus der Chemie“, wie sie mit biologischen Tests und chemischer Analytik die gesundheitliche Wirkung der endokrinen Disruptoren in vielfältigerer Hinsicht als bisher untersuchen. So sind lebensmittelfremde Substanzen leichter zu identifizieren und deren hormonelle Wirkungen besser zu verstehen. Damit lässt sich beurteilen, ob und bis zu welchem Grenzwert bestimmte Xenohormone für den Lebensmittelkontakt zugelassen werden dürfen.

Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

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